Gesundheit

Deutschland will Masern und Röteln ausrotten

Nationaler Aktionsplan soll die Impfquoten erhöhen

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will mit verschärften Regelungen Impflücken bei Krankheiten wie den Masern schließen. „Wer leichtfertig eine Impfung ablehnt, gefährdet auch die, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können“, sagte Gröhe am Donnerstag auf der 4. Nationalen Impfkonferenz in Berlin. Vor allem jungen Erwachsenen und Jugendlichen fehlten oft wichtige Schutzimpfungen, etwa gegen Masern. Die Masernausbrüche in Berlin und in anderen deutschen Regionen seit Herbst 2014 hätten verdeutlicht, wie wichtig eine hohe Impfquote sei.

Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke) sagte. „Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit. Die aktuelle Masernwelle zeigt, dass es auch in Deutschland noch große Impflücken gibt.“ Und Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) betonte: „Babys, Schwangere und Menschen mit Immunerkrankungen sind darauf angewiesen, dass wir alle verantwortungsvoll handeln.“

1200 Erkrankte in Berlin

Der Aktionsplan sieht neben verstärkter Aufklärung und regelmäßigen Impferinnerungen unter anderem vor, dass mindestens 95 Prozent der Kleinkinder bis zum Alter von 15 Monaten und ebenso viele Schulanfänger insgesamt zweimal gegen Masern, Röteln und Mumps geimpft werden. Erst dann ist eine sogenannte Herdenimmunität gegeben. Auch Jugendliche und nach 1970 geborene Erwachsene sowie Flüchtlinge und Beschäftigte im Gesundheitswesen sind Zielgruppen. Masern sind hochansteckend, weltweit sterben daran etwa 400 Kinder pro Tag. In Berlin begann im Oktober 2014 ein heftiger Masernausbruch mit insgesamt über 1200 Erkrankten, der immer noch nicht ganz vorbei ist.

Ein erster Schritt sei das Präventionsgesetz, fügte Gröhe hinzu. Unter anderem ist ein verpflichtender ärztlicher Nachweis über Impfberatung vor dem ersten Kita-Besuch vorgesehen. „Unser Ziel ist, dass möglichst alle Kinder in Kitas und Schulen einen Impfschutz haben“, sagte Gröhe. Auch sollen Gesundheitsämter beim Auftreten von Masern in Kitas oder Schulen künftig schneller reagieren können.

Bei der Impfkonferenz wird auch ein „Nationaler Aktionsplan zur Elimination von Masern und Röteln 2015–2020“ vorgestellt. Dieser wurde unter Federführung einer Arbeitsgruppe am Robert Koch-Institut gemeinsam mit Ärzten, Fachgesellschaften und den Ländern ausgearbeitet. Inhaltlich geht es dabei um die Aus- und Weiterbildung der Ärzte, aber auch um Impfschutzmaßnahmen durch die zuständigen Bundesländer.