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Politik II

Deutschland: Auschwitz-Prozess: Angaben des Angeklagten bezweifelt ++ Ägypten: Deutschland fordert Aufhebung von Todesurteil ++ Türkei: Staatstrauer für gestorbenen Ex-Präsidenten Demirel ++ Jemen: 23 Menschen sterben bei saudischem Luftangriff

Auschwitz-Prozess: Angaben des Angeklagten bezweifelt

Im Lüneburger Auschwitz-Prozess gegen den früheren SS-Mann Oskar Gröning hat am Mittwoch erneut ein Gutachter Aussagen des Angeklagten infrage gestellt. Der Historiker Stefan Hördler geht davon aus, dass Gröning häufiger an der Bahnrampe in Auschwitz-Birkenau eingesetzt war als dieser selbst zugibt. Der 94-jährige Angeklagte muss sich vor dem Landgericht Lüneburg wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 300.000 Fällen verantworten.

Deutschland fordert Aufhebung von Todesurteil

Deutschland hat Ägypten zur Aufhebung des Todesurteils gegen den ehemaligen Präsidenten Mohammed Mursi aufgefordert. Die Bundesregierung hoffe, dass die Strafe „im Rahmen der Berufung noch aufgehoben wird“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Zugleich äußerte er Zweifel, dass das Vorgehen der ägyptischen Justiz rechtsstaatlichen Ansprüchen genügt. Ein Gericht in Kairo hatte am Dienstag das Todesurteil bestätigt. Nun wird automatisch eine Berufungsverhandlung eingeleitet.

Staatstrauer für gestorbenen Ex-Präsidenten Demirel

Die Türkei hat einen ihrer wichtigsten Politiker des 20. Jahrhunderts verloren: Der frühere Präsident und siebenmalige Ministerpräsident Süleyman Demirel starb in der Nacht zum Mittwoch im Alter von 90 Jahren in einem Krankenhaus in Ankara an Herzversagen, wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete. Politiker aller Parteien würdigten das Lebenswerk des als genial geltenden Taktikers. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu rief wegen des Todes von Demirel eine dreitägige Staatstrauer aus.

23 Menschen sterben bei saudischem Luftangriff

Ein Luftangriff der von Saudi-Arabien geführten Militärallianz auf einen Flüchtlingskonvoi im Jemen hat 23 Menschen getötet. Das Bombardement nahe der Stadt Aden habe am Dienstag versehentlich Autos fliehender Familien getroffen, schrieb die Nachrichtenseite „Aden al-Ghad“. Die Militärkoalition nahm zu dem Vorfall nicht Stellung. Im Jemen kämpfen schiitische Huthi-Rebellen gegen Anhänger des sunnitischen Präsidenten, der nach Saudi-Arabien geflüchtet ist.