Konflikt

Hamas und Israel loten langfristige Waffenruhe aus

Die israelische Regierung und die radikalislamische Hamas nutzen derzeit indirekte Kontakte, um für den Gazastreifen eine langfristige Waffenstillstandsvereinbarung zu erreichen.

„Über arabische und europäische Kanäle sowie mithilfe türkischer Kontaktleute sind vertrauliche Mitteilungen zwischen Israel und der Hamas ausgetauscht worden“, sagte ein mit den Vorgängen vertrauter Hamas-Vertreter am Dienstagabend. Es gebe einen „Ideenaustausch“, sagte er. Vonseiten der israelischen Regierung wurden diese Angaben am Mittwoch bestätigt. Die Kontakte dienen demnach dem Versuch, die Feuerpause, mit der am 26. August letzten Jahres der siebenwöchige Gazakrieg beendet worden war, „auf fünf bis zehn Jahre“ zu verlängern. Eigentlich war in der von Ägypten vermittelten Waffenruhe vereinbart worden, einen Monat später Verhandlungen über ein unbefristetes Waffenstillstandsabkommen unter Beteiligung auch der palästinensischen Regierung aufzunehmen. Die Gespräche haben aber nie begonnen.

Vonseiten der Hamas-Bewegung hieß es jetzt: „Wir haben in Gaza und in Doha (Emirat Katar) europäische Gesandte getroffen, die uns Botschaften aus Israel übermittelten.“ Beteiligt seien auch Abgeordnete des Europaparlaments und UN-Vertreter. Es liege aber noch kein Vorschlag für ein Abkommen auf dem Tisch. Eine der diskutierten Ideen ist laut mehreren Quellen die Errichtung eines schwimmenden Seehafens vor der Küste des Gazastreifens, um die Enklave nach acht Jahren Isolation international anzubinden. Auf Anfrage bestätigte ein israelischer Regierungsvertreter die laufenden indirekten Diskussionen: „In den Kontakten, die über Ägypten und andere Akteure laufen, geht es um eine Erleichterung der Blockade und die Zufuhr von Baumaterial im Austausch für eine stabile Ruhe.“