Justiz

Haft für mutmaßliche IS-Terrorhelferin aus Bonn gefordert

Eine mutmaßliche Helferin der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) aus Bonn soll nach dem Willen der Bundesanwaltschaft für vier Jahre ins Gefängnis.

Die 26-Jährige habe ihrem Ehemann, einem IS-Terroristen, insgesamt 5000 Euro zukommen lassen. Mit dem Geld seien Terroristen bewaffnet und verpflegt worden, sagten Vertreter der Bundesanwaltschaft am Mittwoch vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht. Für einen Mitangeklagten aus Bonn forderten die Ankläger in ihrem Plädoyer ein Jahr und neun Monate Haft auf Bewährung. Das Urteil wird voraussichtlich in der kommenden Woche verkündet.

Die Hauptangeklagte Karolina R. habe noch kurz vor ihrer Festnahme die Verbrechen des „Islamischen Staats“ gerechtfertigt: Der IS „zieht es wenigstens durch. Er tötet alle, die nach der Scharia getötet werden müssen.“ So sei es in einem Chatprotokoll festgehalten. Sie habe eine „erschreckende Gleichgültigkeit gegenüber dem Leben anderer gezeigt“. Die Angeklagte hatte im Prozess ein Teilgeständnis abgelegt und sich von ihrem Mann sowie dem IS distanziert. Sie wolle sich scheiden lassen. Mehrere Tatvorwürfe waren im Gegenzug fallen gelassen worden.

Auf einem Propagandavideo ist zu sehen, wie ihr Ehemann in Syrien nahe Homs vor einem Leichenberg posiert, eine Leiche mit dem Fuß tritt und ruft: „Wie ihr sehen könnt, haben wir geschlachtet.“