Arbeitsmarkt

Langzeitarbeitslose sollen besser unterstützt werden

Union will öffentlich geförderte Beschäftigung in Unternehmen

Mit öffentlich geförderter Beschäftigung in Unternehmen sollen Langzeitarbeitslose nach dem Willen der Union zurück auf den Arbeitsmarkt finden. Dazu solle die Öffnung sogenannter Integrationsbetriebe für die Betroffenen erprobt werden, erläuterten die CDU-Sozialpolitiker Karl Schiewerling und Kai Whittaker am Montag in Berlin. Heute schon gebe es diese Möglichkeit für Behinderte – mit derzeit 800 Integrationsbetrieben mit 22.000 Beschäftigten.

Anders als bei traditionellen Vorstellungen von öffentlich geförderter Beschäftigung – etwa bei der Parkpflege in Kommunen – könnten Integrationsbetriebe auch Privatunternehmen sein, die sich am Markt behaupten müssen, so Whittaker. Sie seien somit besonders geeignet als Treppe für Langzeitarbeitslose auf den normalen Arbeitsmarkt, erläuterte Schiewerling. Der Vorstoß ist Teil eines CDU/CSU-Konzeptes, das in die Erarbeitung eines gemeinsamen Gesetzentwurfs mit der SPD bis zum Jahresende einfließen solle. Trotz konjunkturbedingter Rekordbeschäftigung in Deutschland gibt es einen unverändert hohen Sockel von rund einer Million Langzeitarbeitslosen. Die Union setzt bei allen Maßnahmen vor allem auf eine Berufsausbildung der Langzeitarbeitslosen. Den Angaben nach haben rund eine Million Hartz-IV-Empfänger weder einen Schul- noch einen Ausbildungsabschluss.

Auch nach den Plänen von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sollen Langzeitarbeitslose künftig besser beraten und betreut werden. Dazu sollen etwa Coaches dafür sorgen, dass die Betroffenen nach erfolgreicher Jobsuche langfristig die Stelle halten können. Zudem kündigte Nahles ein Programm an, bei dem der Staat bis zu 100 Prozent der Lohnkosten trägt. Es richtet sich nach Worten der Ministerin vor allem an Menschen, die „erhebliche Vermittlungshemmnisse“ haben, etwa gesundheitliche Einschränkungen.