Leserbriefe

„Die Zusicherungen sind wenig glaubhaft“

Zum Artikel: „Karstadt verspricht Jobgarantie für Kaufhof-Mitarbeiter“ vom 8. Juni

Das Tafelsilber der Karstadt-Kaufhäuser wird an einen thailändischen Investor verkauft. Mit diesem Verkauf der Karstadt-Luxushäuser – dem Kadewe in Berlin, dem Alsterhaus in Hamburg und dem Oberpollinger in München – macht der gegenwärtige Karstadt-Eigentümer René Benko auch dem letzten Zeitgenossen hierzulande deutlich, dass das Karstadt-Kaufhaus-Konzept zum alten Eisen gehört und im Internetzeitalter ein Auslaufmodell für Verbraucher ist. Er hat leider nicht den Mut, den verbliebenen Karstadt-Mitarbeitern an den noch 80 deutschen Standorten diese bittere Wahrheit offen ins Gesicht zu sagen. Das ist kein gutes Omen.

Albert Alten, per E-Mail

Wie kann der Investor Benko eine Jobgarantie für Kaufhof-Mitarbeiter anbieten, wenn er die nicht einmal für die Mitarbeiter seiner Karstadt-Filialen garantieren kann, und vor allem, zu welchem Preis? Wie viele Kröten müssen da von den Mitarbeitern geschluckt werden, um ihren Arbeitsplatz zu sichern? Die Zusicherungen der Signa Holding sind da wenig glaubhaft.

Lothar Wirth, per E-Mail

Stadt präsentiert sich häufig sehr ungepflegt

Zum Artikel: „Berliner Straßen sind sauberer geworden“ vom 8. Juni

Unverständlich, wie Senatsbaudirektorin Regula Lüscher zu diesem Ergebnis kommt, dass die Straßen sauberer geworden sind. Wenn ich meine Umgebung sehe, fallen mir täglich starke Verunreinigungen auf, welche von der BSR nicht kurzfristig gereinigt werden. So etwa die Bushaltestelle an der Bundesallee Richtung Neukölln. Dort ist das Wartehäuschen stark mit Abfall, Flaschen und Zigarettenkippen vermüllt. Die Umgebung bietet auch oft ein recht trauriges Bild. Die BSR fährt mit ihren Fahrzeugen oft nur in der Mitte des Bürgersteigs und lässt den restlichen Müll einfach liegen.

Andreas K. Walter, Wilmersdorf

Ich haben mit Familie und auch mit Freunden in letzter Zeit Städtereisen unternommen. Ziele waren London, Istanbul, Barcelona und Stockholm. Der erste Eindruck: Wie sauber und gepflegt sind all diese Städte im Vergleich zu Berlin. Wir selbst waren vor Kurzem in Barcelona: Augenfällig war insbesondere der Zustand aller öffentlichen Grünflächen – allesamt ordentlich gemäht und grün, also offenkundig ausreichend gesprengt. Wir alle leben gern in Berlin, aber dass sich unsere Stadt so ungepflegt präsentiert, stört uns sehr.

Dr. Karin Martini, per E-Mail

Der Privatkunde zahlt am Ende die Zeche

Zum Artikel: „Merkels Gipfel-Triumph“ vom 9. Juni

Die G7-Bekundungen sind eine Mogelpackung. Bisher wurde für den Schutz des Klimas zu wenig getan, was soll sich in Zukunft ändern? Die Industrieländer werden sich trotz ihrer finanziellen Möglichkeiten an keine einheitliche Linie halten. Bei uns wäre ein Kohleausstieg nur machbar, wenn Deutschland bei der Atomkraft bleibt. Die Suche nach einem Standort für das nationale Endlager für abgebrannte Brennelemente geht nicht richtig voran. Da die Koalition Atomenergie generell ablehnt und die Kohle weiter mit Abgaben belasten will, dürften mittelfristig die Preise steigen. Der Privatkunde zahlt am Ende die Zeche.

Christian Lukner, per E-Mail