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Politik II

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Türkei: Drei Tote bei Gewalt zwischen Kurdengruppen ++ Syrien: 230.000 Menschen im Bürgerkrieg getötet ++ Großbritannien: Ex-Fußballprofi Sol Campbell will Bürgermeister werden ++ Russland: Tochter des Kreml-Kritikers Nemzow verlässt das Land

Drei Tote bei Gewalt zwischen Kurdengruppen

Bei Gewalt zwischen verfeindeten kurdischen Gruppen in der südosttürkischen Stadt Diyarbakir sind am Dienstag drei Menschen getötet worden. Zunächst hätten Unbekannte den Chef der kurdisch-islamistischen Hilfsorganisation Ihya-Der, Aytac Baran, vor seinem Haus erschossen, teilte das türkische Innenministerium mit. Bei einem anschließenden Schusswechsel seien zwei weitere Menschen getötet worden. An den Zusammenstößen waren Anhänger der Kurdenpartei HDP beteiligt, die am Sonntag bei der Parlamentswahl triumphiert hatte.

230.000 Menschen im Bürgerkrieg getötet

Der vor gut vier Jahren begonnene Syrien-Konflikt hat nach Angaben von Aktivisten mehr als 230.000 Menschen das Leben gekostet. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte dokumentierte nach eigenen Angaben vom Dienstag mithilfe von Helfern im Bürgerkriegsland insgesamt 230.618 Personen, die seit den ersten Massenprotesten gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad am 18. März 2011 in Daraa getötet wurden. Unter den Toten seien etwa 11.500 Kinder. Nicht gezählt worden seien die mehr als 20.000 Häftlinge in staatlichen Gefängnissen sowie Tausende Verschwundene.

Ex-Fußballprofi Sol Campbell will Bürgermeister werden

Ex-Fußballprofi Sol Campbell will Bürgermeister seiner Heimatstadt London werden. Er wolle bei der Wahl 2016 als Kandidat der konservativen Tories antreten, sagte der 40-Jährige der britischen „The Sun“. Der frühere Innenverteidiger von Arsenal London und Tottenham Hotspur kündigte an, er werde im Juli an einer Fragerunde mit anderen Anwärtern der Tories teilnehmen. Er wisse, dass er ein Außenseiter sei, sagte Campbell. Aber er bringe frischen Wind in den Kampf um die Nachfolge des beliebten Boris Johnson, der sein Amt als Bürgermeister voraussichtlich nächstes Jahr zugunsten eines Ministerpostens aufgeben wird.

Tochter des Kreml-Kritikers Nemzow verlässt das Land

Die älteste Tochter des ermordeten Kreml-Kritikers Boris Nemzow hat Russland verlassen und ein Klima des Hasses gegen Oppositionelle beklagt. „Russische Propaganda tötet“, schrieb die 31-jährige Schanna Nemzowa am Dienstag in der Zeitung „Wedomosti“. Die „Informationsmaschine“ von Präsident Wladimir Putin erinnere an die Propaganda „in Nazi-Deutschland“ oder während des Völkermords in Ruanda 1994. Sie nutze „kriminelle Methoden“ und säe „Hass, der Gewalt und Terror verursacht“. Nemzowas Anwalt bestätigte, dass die 31-Jährige, die als Journalistin arbeitet, ausgereist sei. Ihren genauen Aufenthaltsort wollte er aber nicht nennen.