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Grüne weisen Kritik Özdemirs an Doppelspitzen zurück

Grünen-Parteichef Cem Özdemir hat eine Debatte über den Sinn von Doppelspitzen in der Grünen-Führung angestoßen und damit innerparteilich Kritik ausgelöst.

Özdemir sagte der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“: „Die doppelte Doppelspitze der Grünen macht es nicht leichter, personelles Profil zu gewinnen und Auseinandersetzungen mit dem politischen Gegner zuzuspitzen.“ Bei den Grünen gibt es in der Parteiführung und in der Bundestagsfraktion jeweils zwei Vorsitzende. In der Doppelspitze muss mindestens eine Frau vertreten sein. Auch bei den Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2017 gibt es eine doppelte Besetzung.

Özdemirs Ko-Vorsitzende Simone Peter wies Kritik an dem Prinzip zurück. Peter sagte der Berliner Morgenpost: „Doppelspitze und Frauenquote haben sich für die Grünen bewährt. Sie sind ein Grund, warum wir so viele starke Frauen in der Spitze haben und als Partei für Frauen besonders attraktiv sind.“

Der Co-Vorsitzende der Berliner Grünen, Daniel Wesener, zeigte sich nicht erfreut über die Kritik Özdemirs. „Ich halte diese Äußerungen auch in dieser Form nicht für sonderlich klug“, sagte Wesener. Die baden-württembergischen Landeschefs Thekla Walker und Oliver Hildenbrand betonten: „Wir halten diese Debatte für ebenso unnötig wie unsinnig.“ Die nordrhein-westfälischen Vorsitzenden Mona Neubaur und Sven Lehmann sagten: „Doppelspitzen teilen Macht und Verantwortung. Daran halten wir fest.“

Özdemir wehrte sich am Sonntag gegen nach seiner Ansicht überzogene Reaktionen. „Aus dieser Analyse abzuleiten, dass ich die Abrissbirne an die Quote oder unser Frauenstatut ansetze, ist unzutreffend. Reflexartige Reaktionen sind genau das, was uns schwächt“, betonte er auf Twitter und Facebook.