Spähangriff

Bei Cyberattacke auf Bundestag doch Daten abgezogen

Bei der jüngsten und bisher schwersten Cyberattacke auf den Bundestag ist es den Hackern gelungen, Daten zu stehlen.

Es seien „mittlerweile vereinzelte Datenabflüsse festgestellt worden“, sagte ein Sprecher der Bundestagsverwaltung am Freitag. „Die betroffenen Büros sind informiert und Gegenmaßnahmen sind ergriffen worden.“ Weitere Angaben zum Spähangriff wollte er nicht machen. Nach wie vor unklar ist, wer hinter der Attacke steht und ob die Sicherheitsexperten das Schadprogramm mittlerweile stoppen konnten. Vor zwei Wochen war bekanntgeworden, dass Bundestags-Computer Ziel einer bislang beispiellosen, mehrtägigen Attacke unbekannter Hacker geworden waren.

Konstantin von Notz, stellvertretender Fraktionschef der Grünen im Bundestag, kritisiert die Sicherheitspolitik der Bundesregierung. „Beim Schutz vor Cyberattacken ist in den vergangen Jahren wenn überhaupt nur sporadisch etwas passiert, obwohl der Politik die Probleme seit langem bekannt sind“, sagte von Notz der Berliner Morgenpost. „Da muss sich insgesamt dringend etwas ändern.“ Es brauche nicht nur Ankündigungen, sondern konkrete Schritte, um die Infrastruktur besser abzusichern. „Die Union stellt seit zehn Jahren den Bundesinnenminister, da muss jetzt langsam mal was kommen“, sagte von Notz. Der netzpolitische Sprecher der Grünen, der auch im NSA-Untersuchungsausschuss sitzt, fordert, auch auf europäischer Ebene gegen dieses „massive Problem“ vorzugehen. Er nannte die Cyberattacke auf den Bundestag „extrem besorgniserregend“. Einen konkreten Verdacht, wer dahinter steht, hat von Notz nicht. „Man hat den Eindruck, dass das eine geheimdienstliche Qualität hat“, sagte er. Die bisherige Informationspolitik gegenüber den Abgeordneten sei leider „absolut unzureichend“.