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Politik II

Frankreich: Polizisten wegen Todes von Jugendlichen freigesprochen ++ Saudi-Arabien: Frauen verlangen einen „gläsernen“ Gatten ++ Libyen: 170 Tunesier in Tripolis festgehalten ++ Türkei: Explosionen in Gebäuden der Oppositionspartei HDP ++ Südafrika: Regierung schiebt weiter arme Ausländer ab

Polizisten wegen Todes von Jugendlichen freigesprochen

Zwei Polizisten sind von einer Mitschuld am Tod zweier Jugendlicher bei Unruhen in einem Pariser Vorort vor zehn Jahren freigesprochen worden. Die beiden muslimischen Teenager waren auf der Flucht vor der Polizei in ein Elektrizitätswerk gerannt und hatten dort im Oktober 2005 einen tödlichen Stromschlag erlitten. Das Gericht in Rennes urteilte am Montag, die beiden Beamten seien für den Tod der Teenager nicht verantwortlich. Nach dem Tod der Jugendlichen war es drei Wochen lang zu Unruhen in Pariser Problemvororten mit einem hohem Anteil muslimischer Einwohner gekommen.

Frauen verlangen einen „gläsernen“ Gatten

Frauen in Saudi-Arabien wollen ein Recht auf Informationen über ihren künftigen Ehemann durchsetzen. Mehrere Klägerinnen aus der Stadt Abha verlangen laut der Zeitung „Arab News“ (Montag), dass der zuständige Scheich Einsicht etwa in Polizei- und Krankenakten über den Bräutigam erhält und diese Angaben an die Braut weitergeben kann, bevor diese in den Ehevertrag einwilligt. Die Familienanwältin Najwa Salah sagte, eine Kenntnis der persönlichen Biografie für beide Seiten könne helfen, die Scheidungsrate zu senken.

170 Tunesier in Tripolis festgehalten

Etwa 170 Tunesier sind laut Medienberichten und Augenzeugen in der libyschen Hauptstadt Tripolis festgenommen worden. Wie aus dem Außenministerium in Tunis verlautete, laufen derzeit intensive Bemühungen um die Freilassung der tunesischen Gastarbeiter. Sie werden offenbar festgehalten, um die Freilassung eines libyschen Milizenführers zu erzwingen, der in Tunesien festgenommen worden ist. Die Gastarbeiter werden den Berichten zufolge seit Sonnabend festgehalten. Tunesien ist im Libyen-Konflikt neutral.

Explosionen in Gebäuden der Oppositionspartei HDP

Bei zwei Explosionen in Gebäuden der prokurdischen Oppositionspartei HDP sind im Südosten der Türkei mindestens zwei Menschen verletzt worden. Die erste Detonation habe sich in Mersin, die zweite in Adana ereignet, berichtete die Nachrichtenagentur DHA. In beiden Gebäuden befinden sich Büros der Demokratischen Partei der Völker (HDP). Weitere Details waren zunächst nicht bekannt. Die Türkei befindet sich im Wahlkampf. Am 7. Juni hat die HDP gute Chancen, die Zehnprozenthürde zu überwinden.

Regierung schiebt weiter arme Ausländer ab

Südafrikas Regierung will wegen ausländerfeindlicher Gewalt Hunderte Einwanderer abschieben. Die Festnahme von rund 1600 Ausländern trage zur Sicherheit des Landes bei, sagte der Generalsekretär der Regierungspartei Afrikanischer Nationalkongress ANC, Gwede Mantashe, wie die Zeitung „Mail & Guardian“ am Montag in ihrer Online-Ausgabe berichtete. In den vergangenen Wochen waren bei Übergriffen auf Einwanderer aus armen Nachbarländern mindestens sieben Menschen getötet und Hunderte ihrer Geschäfte niedergebrannt worden.