Konflikt

Bundesregierung besorgt über Kämpfe in Mazedonien

Nach heftigen Gefechten mit 22 Todesopfern über das Wochenende haben mazedonische Elitepolizisten die Stadt Kumanovo im Norden des Landes am frühen Montag verlassen.

Die Beamten zogen sich nach offiziellen Angaben zurück, nachdem die Nacht in der rund 40 Kilometer nördlich der Hauptstadt Skopje gelegenen Stadt ruhig verlaufen war. Dutzende Menschen, die vor der Gewalt geflohen waren, kehrten in ihre Häuser zurück.

Nach Polizeiangaben hatte eine Gruppe von mehr als 30 Angreifern in Kumanovo am Sonnabend einen Angriff verübt. Acht Polizisten und 14 mutmaßliche Angreifer wurden getötet. Am Sonntag erklärte die Polizei den Einsatz für beendet und die bewaffnete Gruppe für „neutralisiert“. Etwa 20 Angreifer wurden demnach festgenommen. Die Angreifer stammten den Angaben zufolge vorwiegend aus Mazedonien. Außerdem seien mutmaßlich fünf ethnische Albaner aus dem benachbarten Kosovo beteiligt gewesen, auch ein Albaner sei dabei gewesen. Gegen einige Angreifer lagen internationale Haftbefehle vor. Kumanovo liegt nahe der Grenze zum Kosovo.

Im Jahr 2001 hatte es im Norden Mazedoniens einen Aufstand ethnischer Albaner gegeben. Er endete mit einem Abkommen, das den Albanern mehr Rechte zusagte. Die Beziehungen zwischen den Volksgruppen in Mazedonien sind aber weiterhin angespannt. Rund ein Viertel der 2,1 Millionen Einwohner der früheren jugoslawischen Teilrepublik sind ethnische Albaner. Die Bundesregierung rief am Montag dazu auf, eine „weitere Eskalation zu vermeiden“. Berlin betrachte „die innenpolitische Entwicklung in Skopje mit großer Sorge“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts mit Blick auf regierungskritische Demonstrationen in den vergangenen Tagen.