Leserbriefe

„Visionslose Politik der etablierten Parteien“

Zum Artikel: „Knappe Mehrheit für Rot-Grün in Bremen“ vom 11. Mai

Der Wahlsieger in Bremen ist wieder einmal die sogenannte Partei der Nichtwähler. Die Bremer Bürgerschaft hat bei dieser geringen Wahlbeteiligung keine politische Legitimation als Landesparlament mehr. Auch die CDU hat nach der Hamburger Bürgerschaftswahl in Bremen erneut ihren Status als Volkspartei verloren. Mit der SPD wird es wie bisher ein „Weiter so“ geben – ohne jegliche Reformen für den Stadtstaat. Die Spaltung der Hansestadt in arme und reiche Stadtteile wird nach dieser Wahl weiter zunehmen.

Albert Alten, per E-Mail

Es ist ein schwarzer Tag für unsere Demokratie. Eine Wahlbeteiligung von weniger als 5o Prozent ist dramatisch und ein Warnsignal. Auch wenn Bremen das kleinste Bundesland ist und auch das mit den größten Problemen – es ist schwer zu ertragen, dass mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten den Parteien in Bremen das Vertrauen komplett entzogen haben. Die Gesprächsrunde der Parteivorsitzenden zum Wahlergebnis überging wie selbstverständlich diese Tatsache. Die beiden Koalitionäre SPD und Grüne übersahen locker ihre dramatischen Verluste und freuten sich, dass sie weiter in Bremen regieren können. Zumindest erweckte die CDU-Vorsitzende mit ihrem Hinweis auf die miese Wahlbeteiligung den Eindruck eines zumindest wahrgenommenen Problems.

Robert Nickel, Lichtenrade

Die etablierten Parteien, die Bremen schon wenigstens einmal erfolglos regierten, machen eine schlechte und visionslose Politik und sind in die Jahre gekommen. Sie kommen bei den Wählern einfach nicht mehr an. Schließlich hat Bremen die höchste Arbeitslosigkeit, die höchste Pro-Kopf-Verschuldung und die größte Armut aller Bundesländer in Deutschland. Kein Wunder, dass sich die Wähler von dieser unfähigen Politikergilde abgewandt haben und die Wahlbeteiligung nur noch bei etwa 50 Prozent lag. Trotzdem hält die SPD an ihrer gescheiterten Politik fest, FDP und Linke freuen sich über Zugewinne und den Einzug in die Bremer Bürgerschaft, die Grünen jammern wegen der Wählerohrfeigen, und die CDU leckt sich ihre Wunden.

Robert Kruse, per E-Mail

Das Wahlergebnis in Bremen ist ein Desaster für Rot-Grün. Die Koalition ist unfähig, längst überfällige Reformen umzusetzen. Bremen wird so weiter am Tropf des Bundes hängen bleiben.

Christian Lauber, per E-Mail

Auch das Torverhältnis könnte ausschlaggebend sein

Zum Artikel: „Das große Zittern“ vom 11. Mai

Mein Gott Hertha BSC, was für eine schlechte Leistung in Dortmund! Die ist bestimmt nicht aufbauend für die letzten und entscheidenden beiden Bundesligaspiele gegen Frankfurt und Hoffenheim. Zum Klassenerhalt werden noch drei Punkte benötigt, doch wie kommt man daran? Nach vorne hat die Mannschaft ein unlösbares Problem, denn die Torungefährlichkeit lässt keine andere Aussage zu, dass eigentlich nur gegen Frankfurt gepunktet werden könnte. Der Dardai-Effekt ist auch abgeflaut, sodass man durchaus damit rechnen muss, auch aus den letzten Spielen keine Punkte holen zu können. Die Konstellation könnte sogar so weit gehen, dass Hertha punktgleich, aber mit dem schlechteren Torverhältnis absteigt.

C.-P. Paege, Reinickendorf