Justiz

„Oldschool Society“: Zwei Verdächtige sitzen in U-Haft

Rechtsextreme Gruppe laut Minister „sehr gefährlich“

Zwei der am Mittwoch festgenommenen mutmaßlichen Mitglieder der rechten Terrorgruppe „Oldschool Society“ (OSS) sitzen in Untersuchungshaft. Bei den beiden Männern handelt es sich zum einen um den in Augsburg festgenommenen 56-jährigen Andreas H., der der Rädelsführer der Gruppe gewesen sein soll. Der zweite Mann ist ein 47-Jähriger, der in Bochum festgenommen worden war. Die beiden waren noch am selben Tag dem Ermittlungsrichter in Karlsruhe vorgeführt worden. Dieser habe die Untersuchungshaft angeordnet, teilte die Bundesanwaltschaft am Donnerstag mit.

Auch die beiden anderen mutmaßlichen OSS-Mitglieder sollen verhört werden. Dabei handelt es sich um den 39-jährigen Markus W., der sich selbst als „Vizepräsident“ der OSS bezeichnet haben soll, und um eine 22-jährige Frau. Beide sind in Sachsen festgenommen worden. Markus W. engagierte sich nach Angaben des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes in der rechtsextremen NPD. Er sei im Dürener Kreisverband der Partei aktiv gewesen. Bis 2010 lebte W. in NRW. Während dieser Zeit war er auch in der 2012 verbotenen Neonazi-Gruppe „Kameradschaft Aachener Land“ aktiv.

Angriff schon am Wochenende

Spezialeinheiten der Polizei hatten am Mittwoch die bisher unbekannte rechtsextreme Terrorgruppe zerschlagen. Bei Razzien in fünf Bundesländern nahmen Spezialeinheiten vier Verdächtige fest, drei Männer und eine Frau. Sie sollen sich Sprengmittel besorgt und Anschläge auf bekannte Salafisten, Moscheen und Asylbewerberheime geplant haben. Die Anschlagspläne waren nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden bereits weit fortgeschritten: Die „Leipziger Volkszeitung“ zitiert Polizeikreise, wonach ein Angriff auf ein Asylbewerberheim im sächsischen Borna am kommenden Wochenende gerade noch habe verhindert werden können.

Es habe die Gefahr bestanden, dass die Mitglieder der Gruppe ihre Ziele umsetzen würden, sagte der Chef des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes, Burkhard Freier, der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. „Wir hatten wegen ihrer Gewaltfantasien Sorge, dass sie völlig durchdrehen.“ Die OSS war nach Angaben des Chefs der Innenministerkonferenz, Roger Lewentz(SPD), eine große Bedrohung für die Sicherheit in Deutschland. Das Ziel der Vereinigung war nach bisherigen Ermittlungen, Anschläge auf Salafisten, Moscheen und Asylbewerberunterkünfte zu verüben.