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Politik II

Nigeria: Schlag gegen Boko Haram: Armee befreit 160 Geiseln ++ Ukraine: Merkel und Hollande telefonieren mit Putin ++ Pakistan: Lebenslange Haft für Schüsse auf Malala ++ Ungarn: Orbán erteilt Todesstrafe nun doch eine Absage

Schlag gegen Boko Haram: Armee befreit 160 Geiseln

Die nigerianischen Streitkräfte haben der Terrorgruppe Boko Haram einen weiteren schweren Schlag versetzt und erneut 160 Geiseln aus der Gewalt der Islamisten befreit. Militärangaben zufolge handelt es sich um 60 Frauen und 100 Mädchen und Jungen, die im dichten Sambisa-Wald im Nordosten des Landes festgehalten wurden. Sie seien unter „unmenschlichen Bedingungen“ gefangen gehalten worden, erklärte Militärsprecher Chris Olukolade. Ob unter den Mädchen auch Schülerinnen aus dem Ort Chibok sind, war zunächst unklar.

Merkel und Hollande telefonieren mit Putin

In der Ukrainekrise haben Deutschland und Frankreich den internationalen Druck auf die Konfliktparteien erhöht. Kanzlerin Angela Merkel und Präsident François Hollande forderten bei einem Telefonat mit Kremlchef Wladimir Putin und dem ukrainischen Staatschef Petro Poroschenko, mehr für eine stabile Waffenruhe zu tun. Das gelte auch für eine Fortsetzung des Abzugs schwerer Waffen, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Poroschenko sagte nach dem Gespräch, Putin habe einer Entsendung von Friedenstruppen in die Ostukraine zugestimmt. Der Kreml dementierte dies.

Lebenslange Haft für Schüsse auf Malala

Zweieinhalb Jahre nach dem Taliban-Attentat auf die Aktivistin Malala Yousafzai hat ein pakistanisches Gericht zehn Beschuldigte zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Angeklagten hätten gestanden, den Angriff im Auftrag des heutigen Chefs der pakistanischen Taliban (TTP), Fazlullah, ausgeführt zu haben, hieß es aus Kreisen der Staatsanwaltschaft. Das Anti-Terror-Gericht in Swat habe die Männer der „Verschwörung“, Yousafzai töten zu wollen, für schuldig befunden. Yousafzai war im vergangenen Jahr der Friedensnobelpreis verliehen worden.

Orbán erteilt Todesstrafe nun doch eine Absage

Nach heftigen Protesten aus Brüssel und Straßburg hat Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán klargestellt, dass er keine Einführung der Todesstrafe in seinem Land plane. In der vergangenen Woche hatte Orbán gesagt, die in Ungarn 1990 abgeschaffte Todesstrafe müsse „auf der Tagesordnung bleiben“, weil sich die jüngste Verschärfung des Strafrechts als ungenügend erwiesen habe. Orbán habe EU-Parlamentspräsident Martin Schulz telefonisch mitgeteilt, dass es sich dabei um ein bloßes Diskussionsthema und nicht um einen Plan handele, sagte sein Kanzleichef Janos Lazar.