Zunahme

Mehr Tote durch Crystal Meth

Polizei stellt starken Anstieg der Rauschgiftdelikte fest. Besonders betroffen ist Berlin

Die Polizei meldet für das vergangene Jahr einen drastischen Anstieg der Rauschgiftkriminalität. Nach dem neuen Bericht zur Rauschgiftlage wurde 2014 eine Zunahme der Drogendelikte um fast zehn Prozent verbucht – die Zahl der polizeilich erfassten Fälle stieg mit 276.734 Straftaten auf den höchsten Stand seit neun Jahren. Die Zahl der Drogentoten nahm demnach in diesem Zeitraum um drei Prozent zu und kletterte auf 1032 Personen. Damit stiegen die Todesfälle im zweiten Jahr in Folge, nachdem zuvor über mehrere Jahre hinweg ein kontinuierlicher Rückgang verzeichnet worden war. Dabei spielen Heroin, Kokain und Crack immer weniger eine Rolle. Dagegen wächst die Zahl der Todesfälle nach dem Konsum von Amphetaminen und Crystal Meth. Von den Rauschgifttoten waren rund 85 Prozent Männer.

Besonders betroffen sind Nürnberg, Mannheim, Köln und Berlin. Hier wurden im vergangenen Jahr – gemessen an der Einwohnerzahl – die meisten Drogentoten verzeichnet. Unter den Bundesländern vermeldeten die ostdeutschen Länder am wenigsten Todesfälle, wie der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch, und die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), am Dienstag in Berlin mitteilten.

Den Vormarsch synthetischer Drogen wie Crystal Meth können Polizei und Politik offenbar nicht aufhalten. So schoss die Zahl der Personen, die 2014 zum ersten Mal wegen Ecstasy-Konsums polizeilich erfasst wurden, um 42 Prozent in die Höhe. Der Zuwachs bei Crystal Meth betrug 14 Prozent. Dagegen ging die Zahl der sogenannten erstauffälligen Konsumenten von Heroin, Crack und Kokain wie in den vergangenen Jahren weiter zurück.