Extremismus

IS plante seine Terrorherrschaft bis ins Detail

Die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) ist auf dem Reißbrett entstanden.

Hadsch Bakr, ein ehemaliger irakischer Offizier aus der Armee Saddam Husseins, legte schon vor Jahren den Grundstein der heute so gefürchteten Islamistengruppe. In detaillierten Plänen entwarf er die komplexe Struktur eines staatsähnlichen Gebildes, das dem für Diktaturen so bezeichnenden Sicherheitswahn entspricht. Es ist ein System der totalen Überwachung, in dem jeder jeden bespitzelt und in dem Entführungen, Folter, Morde und Erpressungen wichtige integrale Bestandteile sind. Davon berichtet der „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe und beruft sich dabei auf bisher unbekannte Dokumente aus dem Besitz Hadsch Bakrs. Der Ex-Offizier und IS-Stratege war im Januar 2014 in Nordsyrien erschossen worden, die Unterlagen waren danach in die Hände rivalisierender Rebellen gefallen.

Unterdessen tötete der IS in Libyen offenbar entführte Christen aus Äthiopien. Das legt ein Video des IS nahe, das am Sonntag auf den von den Extremisten gewöhnlich genutzten Internetseiten veröffentlich wurde. Die 29 Minuten lange Aufnahme trägt das offizielle Logo von Al-Furkan, der Medienorganisation des IS. Wie viele Menschen mutmaßlich getötet wurden und um wen es sich genau handelte, war zunächst unklar. In dem Video waren zwei Gruppen von Menschen zu sehen, die jeweils von IS-Verbündeten im Osten und Süden des Landes gefangen gehalten wurden. Ein vermummter Extremist hält zunächst eine lange Rede, bevor Bilder zeigen, wie die Gefangenen im Süden erschossen und die im Osten an einem Strand geköpft werden. Bereits im Februar hatten Anhänger des IS in Libyen mindestens 21 koptische Christen aus Ägypten enthauptet, die zuvor ebenfalls entführt worden waren.