Gewalt

Zahl der Angriffe auf Einwanderer in Südafrika nimmt zu

In Südafrika haben sich die fremdenfeindlichen Ausschreitungen auf eine zweite Stadt ausgeweitet.

In einem Armenviertel von Johannesburg wurden am Sonnabend Läden von Einwanderern geplündert, wie die Polizei mitteilte. Bei ähnlicher Gewalt in Durban waren zuvor sechs Menschen getötet worden. Dort hat sich die Lage beruhigt, nachdem die Polizeipräsenz massiv erhöht wurde. Auch im Township Alexandra von Johannesburg wurden nach den Plünderungen die Sicherheitskräfte verstärkt. Randalierer hatten dort in der Nacht Läden geplündert, Reifen in Brand gesteckt und Straßenbarrikaden errichtet, berichtete das Nachrichtenportal eNCA. Polizisten hätten Gummigeschosse abgefeuert. In der Johannesburger Innenstadt waren in den vergangenen Tagen bereits mehrere Läden von Einwanderern in Brand gesteckt worden.

Nach tagelanger Untätigkeit will die Polizei nun Stärke zeigen. „Wir werden unsere Präsenz in den betroffenen Vierteln erhöhen“, kündigte Polizeisprecher Lungelo Dlamini an. Bereits in der vergangenen Nacht seien mehr als 30 Verdächtige festgenommen worden. Inzwischen sind im Land mehrere Tausend Ausländer aus Angst um ihr Leben in Notunterkünfte geflüchtet. Die Nachbarländer kündigten an, ihre Staatsbürger aus Südafrika in Sicherheit zu bringen.

Südafrikas Präsident Jacob Zuma hatte seine Landsleute aufgerufen, die Übergriffe zu beenden. Die Polizei sei angewiesen worden, rund um die Uhr für den Schutz der Einwanderer zu sorgen. Einige Südafrikaner werfen den meist aus afrikanischen Ländern stammenden Einwanderern vor, sie nähmen ihnen in einem Land mit hoher Arbeitslosigkeit Jobs weg. Die Regierung versprach, sie gehe Beschwerden über nicht gemeldete Migranten nach.