Sicherheit

Bundesamt schließt Angriff auf deutsche TV-Sender nicht aus

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik schließt einen Hackerangriff wie auf den französischen Fernsehsender TV5 Monde in Deutschland nicht aus.

Normalerweise seien Webseiten betroffen, sagte der Sprecher des Bundesamts, Matthias Gärtner, der in Halle erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“. Dass der Sendebetrieb gestört wurde, sei neu. „Ob das auch in Deutschland passieren könnte, ist schwer zu sagen“, sagte Gärtner: „Doch je mehr internetgestützte Technik zum Einsatz kommt, desto mehr Fläche gibt man für Angriffe aus dem Cyberraum.“ Da das Fernsehen immer stärker internetbasiert arbeite und es viele mobile Zugänge gebe, wachse das Risiko, fügte Gärtner hinzu. Das Bundesamt in Bonn sei gemeinsam mit dem Cyber-Abwehrzentrum der deutschen Sicherheitsbehörden und den französischen Behörden bemüht, die Ursache zu klären. Mutmaßliche Anhänger der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) hatten am späten Mittwochabend den französischsprachigen Fernsehsender TV5 Monde gehackt und das Programm über mehrere Stunden blockiert.

Der NDR, der unter anderem für die „Tagesschau“ zuständig ist, und der Auslandssender Deutsche Welle betonten, eine vollständige Sicherheit vor solchen Angriffen könne nicht garantiert werden. „Wir haben in den letzten Jahren die Bedrohungslage sorgfältig beobachtet und Konsequenzen gezogen“, erklärte der NDR. „Unsere IT-Sicherheitsmaßnahmen sind auf hohem Niveau und werden auf aktuellem Stand gehalten.“ Eine hundertprozentige Sicherheit vor gezielten Hackerangriffen gebe es aber nicht. Das ZDF wollte sich nicht öffentlich zu seinen IT-Sicherheitsvorkehrungen äußern. Die Deutsche Welle erklärte, die Systeme seien gesichert, Hard- und Software auf dem neuesten Stand.