Ermittlungen

Keine Fehler der Lufthansa bei Germanwings-Crash

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Luftfahrtbundesamt bestätigt: Alle Verfahrenswege wurden eingehalten

Die Lufthansa ist ihren Aufsichtspflichten im Fall des Piloten der abgestürzten Germanwings-Maschine nachgekommen. Dies erklärte das Luftfahrtbundesamt (LBA) am Donnerstag. LBA und Lufthansa seien zu der Überzeugung gekommen, dass die Verfahrenswege zur Erlangung der Fluglizenz eingehalten worden seien. Dies sei eines der Ergebnisse eines Gesprächs von LBA-Präsident Jörg Mendel am Dienstag mit Lufthansa-Chef Carsten Spohr, erklärte das LBA.

Nach bisherigen Ermittlungen hat der Copilot Andreas Lubitz einen Airbus der Lufthansa-Tochter Germanwings am 24. März in den französischen Alpen absichtlich abstürzen lassen. Alle 150 Insassen der Maschine wurden dabei getötet. Lubitz litt an Depressionen und unterbrach deswegen 2009 seine Pilotenausbildung. Im selben Jahr informierte er die Fliegerschule der Lufthansa über eine „abgeklungene schwere Depression“. Das LBA war von der Lufthansa nach Angaben der Behörde nicht über die abgeklungene Depression informiert worden. Das Flugmedizinische Zentrum der Lufthansa stellte dem Piloten Lubitz 2009 ein Flugtauglichkeitszeugnis aus und übermittelte dies der Aufsichtsbehörde. Dieses Vorgehen ist aus LBA-Sicht nicht zu beanstanden. Die Frage, ob alle Vorschriften eingehalten wurden, ist unter anderem wegen versicherungsrechtlicher Haftungsfragen von Bedeutung. Die Allianz geht davon aus, dass auf die Versicherungsunternehmen im Zusammenhang mit dem Germanwings-Absturz Zahlungen von rund 279 Millionen Euro zukommen werden.

Unterdessen wurde bekannt, dass sich nach dem Absturz der Germanwings-Maschine eine Frau fälschlicherweise als Angehörige ausgegeben und auf Lufthansa-Kosten an die Absturzstelle gereist sein soll. Die Vorwürfe seien dem Unternehmen bekannt, sagte ein Sprecher der Fluggesellschaft am Donnerstag auf Anfrage. Laut einem Bericht der „Halterner Zeitung“ soll sich die Frau als Cousine einer Lehrerin des dortigen Gymnasiums ausgegeben haben, die bei dem Absturz ums Leben kam.

Die Frau aus Beverungen in Ostwestfalen habe sowohl die Unglücksstelle bei Seyne-les-Alpes als auch die Gedenkstätte in Le Vernet besucht und dort psychologische Hilfe in Anspruch genommen, berichtete das Blatt. Der Vater der Lehrerin aus Haltern hatte sich demnach an die Zeitung gewandt. Die Frau habe in keinerlei Verbindung zu seiner verstorbenen Tochter gestanden. Lufthansa behält sich auch rechtliche Schritte gegen die Frau vor.