Verhandlungen

Atomgespräche mit Iran steuern auf vage Abschlusserklärung zu

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Die Atomgespräche mit dem Iran dürften ohne den erhofften Durchbruch enden. Die internationalen Verhandlungspartner Teherans bereiteten am Dienstag eine relativ allgemein gehaltene Erklärung vor, in die sich beide Seiten zu weiteren Gesprächen bekannten, wie die Nachrichtenagentur AP am Dienstag von Unterhändlern erfuhr. Ziel dieser neuen Verhandlungsphase sei nach wie vor das geplante dauerhafte Atomabkommen bis Ende Juni.

Die Erklärung sei zum Teil deswegen so vage gehalten, weil es zwischen den beiden Seiten immer noch Hürden gebe, sagte ein Diplomat. Ein zweiter betonte, dass zusätzlich aber noch weitere, technischere Dokumente veröffentlicht werden sollen. Diese sollen belegen, dass es ausreichend Fortschritte gegeben habe, um den Eintritt in die neue Verhandlungsphase zu rechtfertigen. Der Iran hatte dem Entwurf seiner Verhandlungspartner am Vormittag noch nicht zugestimmt. Der russische Außenminister Sergej Lawrow war auf dem Weg zurück nach Lausanne – ein weiteres Zeichen dafür, dass sich ein Abschluss anbahnt. Lawrow sagte: „Die Aussichten für diese Runde der Verhandlungen waren nicht schlecht, ich würde sogar sagen gut.“

Der Iran und die fünf UN-Vetomächte sowie Deutschland hatten sich bis Dienstag um Mitternacht Zeit gegeben, die Rahmenbedingungen für das Atomabkommen festzuzurren. Bis Ende Juni soll dann der detaillierte Vertrag stehen. Die internationale Gemeinschaft will damit den Bau einer iranischen Atombombe ausschließen. Im Gegenzug hofft der Iran auf Aufhebung internationaler Sanktionen. Bei den Verhandlungen in den vergangenen sechs Tagen in Lausanne gab es in einigen Punkten Annäherung zwischen den Seiten, etwa bei der Urananreicherung. Es wurde aber nach wie vor darüber gestritten, wie lange das Abkommen gelten soll, wann welche Sanktionen gegen Teheran aufgehoben werden und inwieweit der Iran hochmoderne Zentrifugen entwickeln darf.