Wahlen

Niederlage für Frankreichs Sozialisten

Oppositionelles Lager liegt bei Départementswahlen vorn

Frankreichs Sozialisten von Staatschef François Hollande haben bei den Départementswahlen eine schwere Schlappe erlitten, die konservative Opposition triumphiert. Das linke Lager konnte am Sonntag laut ersten Schätzungen nur in 27 bis 37 der 101 Départements eine Mehrheit erzielen. Das konservativ-bürgerliche Lager gewann bis zu 70 Départements. Der konservative Ex-Staatschef Nicolas Sarkzoy trat am Sonntagabend nach der zweiten Wahlrunde triumphierend vor die Kameras. „Noch nie hat unsere politische Familie so viele Départements gewonnen“, sagte er. Zugleich habe nie zuvor das Regierungslager so viele Départements verloren.

Die rechtsextreme Front National (FN) konnte trotz Stimmenzuwächsen offenbar kein Département erobern. Parteichefin Marine Le Pen sprach am Sonntagabend von einem „außergewöhnlichen“ Ergebnis, das „die Basis für künftige Siege“ schaffe.

Zu der Wahl aufgerufen waren rund 42 Millionen Franzosen. Der Urnengang hat vor allem eine symbolische Bedeutung, denn der politische Einfluss der Départementräte – in etwa vergleichbar mit den Kreistagen in Deutschland – ist begrenzt. Die Départementswahlen gelten aber als wichtiger Stimmungstest – und werden von vielen Bürgern genutzt, um der Regierung einen Denkzettel zu verpassen. Angesichts der anhaltenden Wirtschaftskrise mit Rekordarbeitslosigkeit sind viele Franzosen höchst unzufrieden mit Hollande und seiner Regierung.

François Hollande wählte am Vormittag in seiner politischen Heimat in Tulle südlich von Limoges, bevor er zu einem Blitzbesuch nach Tunis flog. Premierminister Manuel Valls, zentrale Figur der Sozialisten, gab seine Stimme in Evry südlich von Paris ab. FN-Chefin Marine Le Pen votierte in Hénin-Beaumont im Norden des Landes.