Diplomatie

Atomverhandlungen mit dem Iran in schwieriger Phase

Die Gespräche über das iranische Atomprogramm haben sich am Sonntagabend in einer schwierigen Phase befunden.

Während ein westlicher Diplomat im schweizerischen Lausanne mitteilte, in einigen zentralen Bereichen sei eine vorläufige Einigung erzielt worden, hieß es aus deutschen Delegationskreisen, dies sei falsch. Auch iranische Diplomaten wiesen die Angaben zu einer vorläufigen Einigung als Spekulation zurück. Es gebe „noch offene Fragen“, bei denen eine Einigung mit dem Iran „unverändert schwierig“ sei. Die Verhandlungen seien in einer „kritischen Phase“.

Ein westlicher Diplomat hatte zuvor gesagt, Teheran habe „mehr oder weniger“ zugestimmt, die Zahl der Zentrifugen zur Urananreicherung um gut zwei Drittel auf 6000 oder weniger zu reduzieren. Die vorläufige Einigung sehe zudem vor, einen Großteil des im Iran verfügbaren schwach angereicherten Nuklearmaterials außer Landes zu bringen. Ein iranischer Diplomat dementierte eine Einigung auf konkrete Zahlen. „Tatsache ist, dass wir eine große Zahl von Zentrifugen behalten werden und dass keine Atomanlagen geschlossen werden, das ist die Grundlage der Gespräche“, sagte er. Ein ranghohes Mitglied des iranischen Verhandlungsteams sagte, die „Veröffentlichung derartiger Informationen durch gewisse westliche Medien“ ziele darauf ab, „eine Atmosphäre zu schaffen, die den Verhandlungsprozess stört“.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) zeigte sich vorsichtig optimistisch, zu einem Abschluss zu kommen. „Näher waren wir uns in den vergangenen Jahren nie“, sagte er in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“. Allerdings gebe es auch noch einige Hürden auf dem Weg zu einer Einigung.