Militärintervention

Iran verurteilt Angriffe auf jemenitische Rebellen

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Steinmeier warnt vor einer Ausweitung des Konflikts

Saudi-Arabien und seine Verbündeten haben ungeachtet iranischer und russischer Warnungen die Militärintervention im Jemen fortgesetzt. Einen Tag nach Beginn der Luftangriffe bombardierten Flugzeuge am Freitag nach Augenzeugenberichten erneut Stellungen der schiitischen Huthi-Miliz. Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif verurteilte die Angriffe und forderte: „Sie müssen beendet werden.“ Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier äußerte dagegen Verständnis für das Vorgehen Saudi-Arabiens, warnte jedoch, der Konflikt könne sich weit über den Jemen hinaus auswirken. An den Ölmärkten nahm die Nervosität ab, dort fielen die Preise, nachdem sie am Donnerstag zunächst deutlich angestiegen waren.

Kampfflugzeuge griffen nach Berichten von Einwohnern militärische Einrichtungen in der von den Huthis kontrollierten Hauptstadt Sanaa an, darunter ein Raketenlager. Auch in zwei Bezirken der nördlichen Heimatprovinz der Rebellen seien Ziele beschossen worden, sagten Angehörige der dortigen Stämme. Getroffen worden sei unter anderem ein Markt in Kataf al Boka in der Provinz Saada. Dort seien 15 Menschen getötet oder verletzt worden.

Der jemenitische Außenminister Rijad Jasin sagte im TV-Sender Al-Arabija, er rechne mit dem Ende der Intervention in wenigen Tagen. Der saudi-arabische General Ahmed Asseri erklärte, es gebe keine Pläne für den Einsatz von Bodentruppen, schloss ihn aber auch nicht aus. Jemens Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi wurde nach jemenitischen Angaben noch am Freitag im ägyptischen Scharm al-Scheich erwartet, um am Gipfel der Arabischen Liga teilzunehmen. Er hatte internationale Hilfen gegen die Huthi-Rebellen gefordert, nachdem sich die Lage der Regierungstruppen und loyalen Stammeskrieger weiter verschlechtert hatte. Die Huthis kontrollieren den überwiegenden Teil des Jemen. In Saudi-Arabien erklärten sunnitische Geistlichen in den Freitagspredigten den Kampf gegen die schiitischen Huthis und deren iranische Verbündete zur religiösen Pflicht. Im iranischen Teheran beschrieb der hochrangige schiitische Geistliche Ajatollah Kasem Sadeghi in seiner Freitagspredigt die Angriffe dagegen als Aggression und Einmischung in interne jemenitische Angelegenheiten.

( rtr )