Ukraine-Konflikt

Russland schickt Konvoi in die Ostukraine

Kiew erhält aus den USA erste Armeegeländewagen

Aufgrund der gespannten humanitären Lage im Konfliktgebiet Ostukraine hat Russland einen weiteren umstrittenen Konvoi mit mehr als 1600 Tonnen Hilfsgütern entsandt. Die rund 140 Lastwagen hätten am Donnerstagmorgen die Grenze zum Donbass überquert, teilte der Zivilschutz in Moskau mit. Die Fahrzeuge sollen unter anderem Lebensmittel und Medikamente in die vom Krieg zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten ausgezehrten Regionen Donezk und Lugansk bringen. Es ist der 22. russische Hilfskonvoi seit August. Die Regierung in Kiew kritisiert die russischen Transporte als Verstoß gegen ihre Souveränität. Sie verdächtigt Moskau, die Separatisten im Donbass auf diesem Weg mit Waffen zu versorgen. Russland weist dies zurück.

Am Vortag hatte die Ukraine die ersten von der USA gelieferten Armeegeländewagen bekommen. Präsident Petro Poroschenko nahm auf dem Kiewer Flughafen Borispol zehn von 230 angekündigten Fahrzeugen vom Typ Humvee in Empfang. „Wir schätzen die Unterstützung der USA“, schrieb Poroschenko im Kurznachrichtendienst Twitter und testete selbst einen der neuen Geländewagen.

Russland und die Aufständischen werfen der Ukraine vor, den Donbass mit Gewalt zurückerobern zu wollen. Per Gesetz vergrößert die Ukraine nun ihre Streitkräfte um mehr als ein Drittel auf 250.000 Soldaten. Bislang war die Armee auf 184.000 Mann begrenzt. Poroschenko kündigte an, den Separatismus in der Ostukraine „im Keim zu ersticken“.

Die USA haben der Ukraine weitere Militärhilfe im Wert von 75 Millionen Dollar (knapp 69 Millionen Euro) zugesagt. Neben den 230 Geländefahrzeugen sollen die Streitkräfte der Ex-Sowjetrepublik in den kommenden Wochen auch Funkgeräte, Nachtsichtgeräte und Artillerieradarsysteme aus den USA erhalten. Die Ukraine hofft seit Langem auf Waffenlieferungen des Westens. Russland hat vor harten Konsequenzen gewarnt, sollte es dazu kommen. Deutschland lehnt Waffenlieferungen ab.

Das am 12. Februar im weißrussischen Minsk beschlossene Abkommen ist bislang nur teilweise umgesetzt worden. Die Konfliktparteien werfen sich gegenseitig Verstöße vor. Bei den vereinzelt anhaltenden Gefechten rund um die Stadt Donezk wurden an vielen kleineren Straßen und Wegen Minen deponiert. Am Mittwoch sind bei der Detonation einer Mine in der Ostukraine nach Polizeiangaben mindestens drei Insassen eines Busses getötet worden.