Entwurf

Iran und USA: Atomabkommen ist in Reichweite

Nach monatelangen Verhandlungen scheint ein Atomabkommen mit dem Iran tatsächlich in Reichweite.

„Eine Einigung zu erzielen, ist möglich“, sagte der iranische Präsident Hassan Ruhani am Sonnabend in Teheran. US-Außenminister John Kerry sprach ebenfalls von „substanziellen Fortschritten“. Allerdings gebe es noch Lücken: „Wir haben die Ziellinie noch nicht erreicht.“ Teheran verhandelt seit Ende 2013 mit den USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland über ein Atomabkommen. Der Westen will eine iranische Atombombe ausschließen, Iran hofft auf ein Ende der Wirtschaftssanktionen. Schon Ende März – in wenigen Tagen – soll ein Rahmenabkommen stehen, Ende Juni ein detaillierter Vertrag.

Kerry hatte fünf Tage mit seinem iranischen Kollegen Mohammed Dschawad Sarif verhandelt. Er ließ am Sonnabend offen, ob die Frist bis Ende März eingehalten wird. Das „Wall Street Journal“ berichtete am Sonnabend, dass Frankreich eine harte Linie in den Atomverhandlungen fahre. US-Präsident Barack Obama habe deshalb den französischen Staatspräsidenten François Hollande angerufen, um zu einer einheitlichen Position zu gelangen.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur AP gibt es einen Entwurf mit Eckpunkten. Demnach ist der Iran zum Verzicht auf 40 Prozent seiner Kapazität zur Urananreicherung bereit – was einen großen Streitpunkt ausräumen würde. Im Gegenzug verspricht der Entwurf laut Teilnehmern, dass die Wirtschaftssanktionen gegen den Iran rasch gelockert werden. Präsident Ruhani äußerte sich optimistisch. Zwar sprach auch er von verbliebenen Differenzen, sagte aber: „Es gibt nichts, was nicht zu lösen wäre.“ Die Gespräche sollen am Mittwoch fortgesetzt werden.

( AP )