Staatsoberhaupt

Bundespräsident Gauck äußert sich zu zweiter Amtszeit

Diese Frage überrascht Bundespräsident Joachim Gauck einfach nicht mehr. „Herr Gauck, stehen Sie für eine zweite Amtszeit zur Verfügung?“ Meistens lächelt er dann – und hüllt sich in Schweigen.

Klar ist, wenn er 2017 eine zweite Amtszeit wollte, dürfte er. Er hat sich als Staatsoberhaupt bewährt, darüber sind sich praktisch alle Parteien einig. Nur: Will er überhaupt? Im Interview mit RTL-Moderator Peter Kloeppel soll er geantwortet haben, meldet der Sender.

„Ich sehe klar vor Augen, dass Sie Stress bekämen in der Redaktion, wenn sie diese Frage nicht stellen würden“, sagt der Bundespräsident. Doch er fährt fort: „Mein Stress, wenn ich auf die Frage antworten würde, wäre aber größer. Deshalb verzichte ich noch einstweilen darauf, die Frage zu beantworten. Beizeiten kommen wir darauf zurück.“ Eine Antwort – und auch irgendwie nicht. Aber würde jemand, der gar nicht über eine zweite Amtszeit nachdenkt, so um den heißen Brei herum reden? Würde er sagen, dass er beizeiten darauf zurückkommen wird? Vermutlich nicht.

Zu anderen Fragen äußerte sich Joachim Gauck deutlicher. Es stimme ihn traurig, dass die Bürger offensichtlich das Interesse an der Politik verlieren. „Demokratie folgt Mehrheitsentscheidungen. Wenn wir genügend Menschen haben, die sich artikulieren, diese Richtung von Politik wollen wir, dann stimmt die Sache auch.“

Verstehen kann er nicht, warum die Menschen das Gefühl haben, gerade ihre Meinung sei nicht gefragt. „Da muss man auf der einen Seite den Parteien sagen: Gebt euch zu erkennen. Und dem Wähler muss man sagen: Wenn du ein Smartphone kaufst, dann informierst du dich doch auch genau, wie funktioniert das Ding, ist es für mich angemessen. Das heißt, du hast doch die Fähigkeiten, komplizierte Dinge zu erkennen und dann triffst du deine Entscheidung.“ Insgesamt sieht Gauck den Bürger gefordert. So stellte er sich zum Beispiel schützend vor Amtsträger, die in der Öffentlichkeit offen angefeindet werden.