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Politik II

Übergriffe: Antisemitismus unter Muslimen nimmt zu ++ Todesstrafe: Zwölf verurteilte Mörder in Pakistan hingerichtet ++ Sterbehilfe: Frankreich verabschiedet „Gesetz zum Lebensende“

Antisemitismus unter Muslimen nimmt zu

Antisemitismus unter muslimischen Jugendlichen in Europa nimmt nach Auffassung des Islamwissenschaftlers Michael Kiefer deutlich zu. Die bekannt gewordenen antisemitischen Übergriffe der vergangenen zehn Jahre in Deutschland zeigten, dass der Antisemitismus bei Jugendlichen aus muslimischen Sozialisationskontexten „eine problematische Größe darstellen kann“, sagte der Wissenschaftler am Montagabend in Düsseldorf. Dies sei schon längst kein Randproblem mehr, sondern eine massive Bedrohungslage. Genaue Zahlen gebe es in Deutschland allerdings nicht, weil die Statistik die Religionszugehörigkeit der Täter nicht erfasse.

Zwölf verurteilte Mörder in Pakistan hingerichtet

In Pakistan sind an einem einzigen Tag zwölf Menschen hingerichtet worden. Die verurteilten Mörder wurden am Dienstag in Gefängnissen in Karachi und in der Provinz Punjab gehängt, wie Behördenvertreter sagten. Die Regierung hatte die Todesstrafe nach einem Taliban-Anschlag auf eine Schule in Peshawar mit 154 Toten zunächst für Terrorfälle wieder eingeführt. Am Dienstag vergangener Woche wurde das seit sechs Jahre geltende Moratorium für die Todesstrafe vollständig aufgehoben. Die Vereinten Nationen, die Europäische Union und Menschenrechtsorganisationen haben die Aufhebung verurteilt.

Frankreich verabschiedet „Gesetz zum Lebensende“

Mit einer breiten Mehrheit von links bis rechts hat das französische Parlament in Paris am Dienstag ein neues Gesetz zur Sterbehilfe verabschiedet. 436 Abgeordnete stimmten in der Nationalversammlung in erster Lesung für und 34 gegen die Vorlage, die von einem Sozialisten und einem Konservativen zusammen erarbeitet worden war. Kernpunkt des „Gesetzes zum Lebensende“ ist, dass Todkranke ein Recht auf eine zum Bewusstseinsverlust führende Medikamentenbehandlung bis zum Tod erhalten. Dafür muss eine verbindliche Patientenverfügung vorliegen. Aktive Sterbehilfe – etwa durch das Verabreichen einer tödlichen Dosis von Medikamenten – bleibt verboten.