Sozialpolitik

SPD will pflegende Angehörige stärker entlasten

Die SPD stellt pflegenden Angehörigen eine stärkere Entlastung in Aussicht.

„Noch in dieser Legislaturperiode wird es Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Pflege und Beruf geben“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion, Karl Lauterbach, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Unter anderem seien über die zum 1. Januar in Kraft getretene Pflegezeit hinaus besondere Formen der Freistellung für Angehörige vorgesehen. „Ziel ist es, dass durch die Pflege eines Angehörigen keine Nachteile im Beruf entstehen“, erklärte Lauterbach. Die bestehenden Regelungen sollten außerdem flexibler und unbürokratischer gehandhabt werden.

Schon bisher können Arbeitnehmer bei einem plötzlichen Pflegefall in der Familie kurzfristig zehn Tage lang pausieren. Seit Jahresanfang wird in dieser Zeit auch ein Lohnersatz gezahlt, außerdem gibt es nun einen Rechtsanspruch auf 24 Monate Familienpflegezeit.

Laut Statistischem Bundesamt wurden Ende 2013 mehr als zwei Drittel der 2,63 Millionen pflegebedürftigen Menschen zu Hause versorgt. AOK-Chef Jürgen Graalmann hatte am Donnerstag vorgerechnet, die gesellschaftliche Wertschöpfung der pflegenden Angehörigen belaufe sich auf mindestens 29 Milliarden Euro pro Jahr. Die Bundesregierung müsse sie dabei viel besser unterstützen. Lauterbach räumte daraufhin ein: „Die Anregungen der Krankenkassen sind korrekt, wir haben diesbezüglich wirklich große Probleme.“

Der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, forderte den Ausbau von Hilfsangeboten. Viele Angehörige wüssten zu wenig über Möglichkeiten der Entlastung wie etwa die Verhinderungs- oder die Tagespflege. „Die Familie stellt immer noch den größten Pflegedienst der Nation dar“, sagte er. Neher forderte eine bessere Beratung durch die Pflegekassen. Viele Regelungen seien außerdem zu komplex und kaum zu überblicken. Vertreter von Pflege, Wirtschaft und Politik beraten derzeit in Berlin auf dem Deutschen Pflegetag über aktuelle Herausforderungen.

( dpa/KNA )