Anschlag

Europäer sterben bei Terrorangriff in Mali

Bei Ausländern beliebtes Lokal überfallen. Ein EU-Mitarbeiter getötet

Bei einem Terrorangriff auf einen Nachtclub in der malischen Hauptstadt Bamako sind in der Nacht zum Samstag fünf Menschen erschossen worden, darunter mindestens ein Franzose und ein Belgier. Neun weitere Menschen wurden verletzt, wie die UN-Mission in Mali mitteilte. Darunter waren nach Angaben des Schweizer Verteidigungsministeriums zwei Soldaten des Alpenstaats.

Die Außenbeauftragte der EU, Federica Mogherini, sagte, der Belgier sei ein Sicherheitsbeauftragter der EU-Delegation in Mali gewesen. Der Anschlag bestärke die EU darin, den Terrorismus in der ganzen Region zu bekämpfen. Frankreichs Außenminister Laurent Fabius bestätigte, dass ein Franzose unter den Toten ist. Auch der belgische Außenminister Didier Reynders verurteilte die Tat.

Der Anschlag traf das Lokal „La Terrasse“, das bei Ausländern beliebt ist. „Dieser Angriff wurde von mindestens einer maskierten Person ausgeführt, die das Feuer auf die Gäste eröffnete“, hieß es in einer Mitteilung der UN-Mission. Augenzeuge Hamadou Dolo sprach von zwei Attentätern, die nach den Schüssen aus dem Club gekommen seien. Sie seien in einem Auto weggerast, das von einem Komplizen gesteuert worden sei.

An der nächsten Ecke seien die Täter auf eine Polizeistreife gestoßen und hätten auf sie geschossen, sagte der Zeuge weiter. Der Fahrer des Polizeiwagens, ein Zivilist und ein Wachmann vor einem Privathaus seien getötet worden.

Frankreich hatte Anfang 2013 eine Militäroperation gegen Islamisten in Mali begonnen, die damals den Norden des Landes weitgehend unter ihrer Kontrolle hatten. Die mit Al-Kaida verbündeten Extremisten wurden zwar zurückgedrängt. Doch gibt es im Einsatzgebiet immer noch sporadische Kämpfe. In Bamako ist Gewalt dagegen selten. Frankreichs Präsident François Hollande erklärte, die Sicherheitsvorkehrungen für französische Einrichtungen in Mali seien sofort verstärkt worden.