Diskriminierung

Jeder Zweite bei der Arbeit schon sexuell belästigt

Klaus Wowereit leitet Expertenkommission

Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Demnach werden Frauen häufiger Opfer physischer Belästigungen, Männer von verbalen oder sogenannten visuellen Übergriffen, bei denen etwa pornografische Fotos verschickt werden. Eine Expertenkommission soll nun auf Basis der Untersuchung bis Ende des Jahres Empfehlungen an die Politik abgeben – unter der Leitung des ehemaligen Berliner Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) und der Soziologin Jutta Allmendinger. „Viele Menschen leiden unter dieser konkreten Form der Diskriminierung“, sagte Wowereit.

Laut Umfrage haben 56 Prozent der Männer und 49 Prozent der Frauen im Job schon einmal eine gesetzlich verbotene Situation erlebt. Dennoch gaben lediglich sieben Prozent der Männer und 17 Prozent der Frauen an, auch ihrem eigenen Empfinden nach sexuell belästigt worden zu sein. Frauen erleben der Umfrage zufolge deutlich häufiger physische Belästigungen als Männer. Knapp jede fünfte Befragte (19 Prozent) gab an, schon einmal unerwünschte körperliche Annäherungen oder Berührungen erlebt zu haben (Männer: 12 Prozent). Am häufigsten erlebten beide Geschlechter zweideutige Kommentare oder Witze mit sexuellem Bezug (47 Prozent der Frauen und 39 Prozent der Männer). Verantwortlich für die Belästigungen sind bei beiden Geschlechtern vor allem Männer.