Kirche

Bistum Regensburg will Gewaltopfern 2500 Euro zahlen

Das Bistum Regensburg will Opfern körperlicher Gewalt aus der früheren Vorschule des Internats der Regensburger Domspatzen in Etterzhausen/Pielenhofen jeweils 2500 Euro zahlen.

Es geht um 72 ehemalige Schüler, wie die Verantwortlichen am Dienstag in Regensburg erklärten. „Das ist keine Entschädigung“, sagte Generalvikar Michael Fuchs. Vielmehr gehe es um eine „symbolische Anerkennung des Leids“, das diesen Kindern widerfahren sei. Die Diözese folge damit einer Empfehlung des beauftragten Rechtsanwaltes Andreas Scheulen und wolle umgehend mit den Betroffenen Kontakt aufnehmen. Auch die Kosten für notwendige Therapien würden übernommen.

Für die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs durch kirchliche Mitarbeiter hat die Deutsche Bischofskonferenz einheitliche Leitlinien erlassen. Eine Regelung für den Umgang mit Opfern körperlicher Gewalt gibt es nicht. Regensburg hat sich nun als eine der ersten kirchlichen Institutionen in Deutschland für diese Form entschieden. Generalvikar Fuchs bat alle weiteren möglichen Betroffenen, sich an die bischöfliche Beauftragte für Gewaltopfer, Angelika Glaß-Hofmann, zu wenden.

Die meisten Anschuldigungen der Betroffenen richten sich laut Zwischenbericht gegen den 1992 verstorbenen Direktor Johann Meier, der von 1953 bis 1992 die Vorschule leitete. Laut Fuchs soll es dieser Priester perfekt verstanden haben, seine Einrichtung abzuschotten.