Terror

Mindestens 26 Tote bei Anschlägen auf Busbahnhöfe

Selbstmordattentäter haben bei Anschlägen auf zwei Busbahnhöfe im Norden Nigerias mindestens 26 Menschen getötet und Dutzende verletzt.

Zunächst sprengte sich ein Attentäter am Dienstag in der Stadt Potiskum in die Luft und riss 16 Menschen mit in den Tod, wie aus dem Umfeld der Sicherheitskräfte verlautete. Der Attentäter sei ein Mann gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Ein Mädchen, das Augenzeugen für die Täterin gehalten hatten, sei in Wirklichkeit eines der Opfer gewesen. Der zweite Anschlag erschütterte die Stadt Kano. Nach Polizeiangaben wurde er von zwei Selbstmordattentätern verübt. Als Drahtzieher der Angriffe wurde die radikal-islamische Miliz Boko Haram vermutet. Erst am Sonntag hatte ein Mädchen vor einem Markt in Potiskum einen Sprengsatz gezündet und fünf Menschen mit in den Tod gerissen sowie Dutzende weitere verletzt. In der Vergangenheit hatte die Organisation mehrfach Mädchen gezwungen, Selbstmordanschläge zu verüben.

Auch in anderen Landesteilen Nigerias ist die Sicherheitslage angespannt. Im zentralen Bundesstaat Kogi wurde eine US-Missionarin in der Nacht zu Dienstag verschleppt. Mehrere Personen hätten die Pastorin entführt, teilte die Freie Methodistische Kirche mit, für die die Frau in Nigeria ist. Wer hinter der Tat steckt, war zunächst nicht bekannt. Kriminelle Banden haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Ausländer im Süden und im Zentrum Nigerias entführt. In Kogi sind aber auch Islamisten mit Verbindungen zu Boko Haram aktiv.