Antisemitismus

Hollande sichert Frankreichs Juden besseren Schutz zu

Nach der Schändung Hunderter jüdischer Gräber in Frankreich hat Präsident François Hollande den Juden des Landes umfassenden Schutz zugesichert.

Durch eine solche Attacke werde die gesamte Republik mit ihren Werten und Prinzipien ins Visier genommen, sagte Hollande am Dienstag bei einem Besuch des jüdischen Friedhofs im ostfranzösischen Sarre-Union. „Gräber schänden bedeutet, alle Religionen zu beleidigen und die Republik zu beschmutzen“, sagte der Staatschef vor zahlreichen jüdischen Vertretern und Politikern.

Bei der schlimmsten Schändung eines jüdischen Friedhofs seit fast 25 Jahren in Frankreich waren vor einigen Tagen rund 250 der 400 Gräber in Sarre-Union verwüstet worden. Fünf Minderjährige wurden festgenommen und am Dienstag verhört. Sie hatten den Ermittlern zufolge versichert, keine Antisemiten zu sein und geglaubt zu haben, dass der Friedhof nicht mehr genutzt werde. Hollande hob hervor, die Justiz werde herausfinden, was auf „Unüberlegtheit“, was auf „Ignoranz“ oder auf „Intoleranz“ zurückzuführen sei. Er verwies aber zugleich auf die „Verbissenheit“, mit der die Schändung vonstatten gegangen sei. Zugleich versicherte er, dass jeder, der antisemitische oder rassistische Taten begehe, „unermüdlich verfolgt, festgenommen und verurteilt“ werde.

Auch Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hat angesichts wachsender Sorgen vor Anschlägen den Juden in Deutschland größtmöglichen Schutz versprochen. „Wir tun alles, was in unserer Macht steht, um jüdische Einrichtungen bei uns zu schützen“, sagte Maas der „Saarbrücker Zeitung“. Das gelte sowohl für die Sicherheitsbehörden als auch für die Justiz, sagte Maas. Wer jüdisches Leben in Deutschland attackiere, dürfe keine Toleranz erwarten, so Maas.