Wahl in Hamburg

AfD knapp drin: Einzug in erstes westdeutsches Parlament

Die rechtskonservative Alternative für Deutschland (AfD) zieht in das erste westdeutsche Landesparlament, die Hamburger Bürgerschaft, ein.

Doch das Wahlergebnis ist auch ein Dämpfer, denn es ist der Partei nur so gerade eben geglückt. Bei den Landtagswahlen in Thüringen und Brandenburg am 14. September 2014 war sie noch auf 10,6 beziehungsweise 12,2 Prozent gekommen. Zwei Wochen zuvor waren es in Sachsen 9,7 Prozent. Ihren ersten Erfolg feierte die AfD bei der Europawahl am 25. Mai 2014 mit 7,1 Prozent.

Die eurokritische Partei hatte im Wahlkampf auf die Prominenz zweier Hanseaten gesetzt: die ihres Bundesvorsitzenden Bernd Lucke sowie des Europaabgeordneten und Ex-BDI-Präsidenten Hans-Olaf Henkel. Die Partei gibt sich, in Person ihres Landesvorsitzenden Jörn Kruse, selbstsicher und pragmatisch. Das Rathaus sei nicht nur ein Landesparlament, sondern auch ein Kommunalparlament, sagte Kruse bei der Wahlparty seiner Partei. „Da kommt es nicht auf Ideologien an, sondern auf praktische Vernunft, und da haben wir einiges zu bieten.“ Die anderen Parteien hätten die AfD im Wahlkampf geschnitten. „Dass sie uns nicht mögen, verstehe ich, weil wir die Probleme ansprechen“, sagte Kruse. Nun sei er froh, dass die AfD ein Teil der Hamburger Politik werde.