Wahl in Hamburg

CDU ratlos: Erneut schwere Niederlage in einer Großstadt

Wer Hamburger Fußballfan und Christdemokrat ist, dessen Wochenende hätte besser laufen können.

Nachdem der HSV am Sonnabend mit 0:8 beim FC Bayern München untergegangen war, kassierte die Elb-CDU gegen die SPD eine Niederlage, die sich genauso anfühlte. Das Wahlergebnis lagt historisch schlecht bei 16 Prozent der Stimmen für die Union. Ob Köln, Berlin, Frankfurt, Stuttgart oder zuletzt Düsseldorf – die CDU geht in allen größeren Städten unter.

Diese, um in der Fußballersprache zu bleiben, Klatsche in Hamburg, der Geburtsstadt von Parteichefin und politischer Lichtgestalt Angela Merkel, lässt die Misere wohl zum echten Trauma auswachsen. Denn parteiintern wurde der Wahlkampf in der Hansestadt als gar nicht so schlecht bewertet. Dem Spitzenkandidaten Dietrich Wersich sei es gelungen, die notorisch streitsüchtige Hamburger CDU zu einen. Er habe Faktensicherheit und Bürgernähe ausgestrahlt und eine seriöse Kampagne ohne große Fehler hingelegt. Klingt alles gut, bedeutet bei dem erreichten Ergebnis aber: Selbst wenn die CDU (fast) alles richtig macht – es war alles umsonst. Was der Hamburger CDU diesmal von Anfang an fehlte, war eine echte Machtperspektive. Ohne diese ist alles andere vergeblich – das hat Angela Merkel ihren Parteifreunden mehr als einmal erklärt.