Kriminalität

FBI ermittelt nach Mord an drei Muslimen in North Carolina

Nach dem Mord an drei jungen Muslimen im US-Staat North Carolina sind neue Details über den mutmaßlichen Täter bekannt geworden.

Der Verdächtige habe mindestens zwölf Schusswaffen, zwei Flinten, sechs Gewehre und große Mengen Munition besessen, heißt es in amtlichen Gerichtspapieren. Der Fall lässt die Emotionen weiter hochkochen: Im Internet wurde über ein muslimfeindliches Motiv des Schützen spekuliert. Präsident Barack Obama schaltete sich ein und verurteilte die Bluttat scharf. Zudem kündigte er Ermittlungen des FBI an. Es prüft, ob ein mögliches Hassverbrechen vorliegt.

Der 46-jährige Verdächtige sitzt in Untersuchungshaft, ihm wird dreifacher Mord vorgeworfen. Bei den Opfern handelt es sich um einen 23-jährigen Mann, der aus Syrien stammt, dessen 21-jährige Frau und deren Schwester. Sie waren am Dienstagabend tot in einer Wohnanlage in der Universitätsstadt Chapel Hill gefunden worden. Laut ihren Angehörigen wurde den Opfern in den Kopf geschossen. Der Vater der beiden Frauen ist überzeugt, dass die drei jungen Leute nur deshalb getötet wurden, weil sie sich zum Islam bekennen. Die örtliche Polizei sprach zunächst von einem Streit um Parkplätze als mögliches Tatmotiv.

Die Hinterbliebenen der Opfer dringen darauf, dem Schützen wegen eines Hassverbrechens den Prozess zu machen. Doch Rechtsexperten sehen darin aber kaum Erfolgschancen. So müssten Staatsanwälte erst beweisen, dass der Verdächtige seine Opfer bewusst aufgrund ihrer Religion, Rasse oder Herkunft ins Visier nahm. Dies festzustellen, sei aber schwierig und derartige Fälle zudem rar gesät, erklärten Experten. Die Bundespolizei FBI soll nun ermitteln, ob Bundesgesetze beim Mord an den drei jungen Leuten verletzt wurden.

( AP )