Militär

Russland kündigt regionale Verstärkung seiner Truppen an

Russland will seine Truppen als Reaktion auf die veränderte Sicherheitslage in strategisch wichtigen Regionen des Landes verstärken.

Auslöser für diese Pläne sei die militärische und politische Situation rund um Russland, zitierte die Nachrichtenagentur Tass am Freitag Aussagen des russischen Verteidigungsministers Sergej Schoigu bei einer Tagung in seinem Ministerium.

Der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow kündigte an, er werde nicht zulassen, dass die USA oder die Nato militärisch die Oberhand über sein Land gewönnen. Trotz der wirtschaftlichen Probleme seines Landes solle das Militär allein dieses Jahr über 50 neue, atomar bestückte Interkontinentalraketen erhalten. Schoigu bekräftigte Pläne von Präsidenten Wladimir Putin für ein knapp 300 Milliarden Dollar teures Programm zur Aufrüstung der russischen Armee. „Wir planen, das Rüstungsprogramm umzusetzen und bis 2020 über die beabsichtigte Zahl moderner Waffensysteme zu verfügen“, sagte er. Gerassimow warf dem Westen vor, neue Formen der Aggression gegen sein Land anzuwenden.

Beim Krieg in der Ostukraine sterben immer mehr Menschen. Die prorussischen Separatisten berichteten am Freitag von massivem Feuer seitens der ukrainischen Regierungstruppen. In Donezk seien mindestens zwölf Menschen getötet worden, teilten die Aufständischen der Agentur Interfax zufolge am Freitag mit. Fünf Menschen seien zudem beim Beschuss eines Busses in Donezk getötet worden.

In der weißrussischen Hauptstadt scheiterte ein weiterer Versuch, die Vereinbarung wiederzubeleben. Das für Freitag geplante Treffen der Kontaktgruppe dort sei abgesagt, erklärten die Separatisten. An den Beratungen in Minsk hatten Vertreter Russlands, der Ukraine, der Separatisten und der vermittelnden Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa teilnehmen (OSZE) sollen.

Wegen der Flucht vieler Ukrainer vor einer Mobilmachung hat Präsident Petro Poroschenko die Regierung angewiesen, die Ausreisebedingungen für wehrpflichtige Männer zu verschärfen. Zudem soll die Führung in Kiew die Rotation der Einheiten im Donbass besser gewährleisten. Unter anderem dürfte die Regierung festlegen, wie lange Soldaten an der Front dienen sollen. Im Kampf gegen Separatisten hatte die Regierung in Kiew vor wenigen Tagen mit der Bewaffnung von etwa 100.000 Reservisten begonnen. Seitdem flohen zahlreiche Einberufene in benachbarte EU-Staaten oder nach Russland.