Extremismus

Belgien: Vier Terrorverdächtige festgenommen

Offenbar kein Zusammenhang zu Anschlägen in Paris

Bei einem Antiterroreinsatz hat die belgische Polizei vier mutmaßliche Dschihadisten festgenommen. Sie stehen unter dem Verdacht, dass sie nach Syrien reisen wollten, um sich dort einer Terrororganisation anzuschließen, teilte die belgische Staatsanwaltschaft am Freitag in Brüssel mit. Fahnder nahmen 22 Hausdurchsuchungen an verschiedenen Orten vor. Die Aktion habe das Ziel gehabt, eine Organisation zu zerschlagen, die potenzielle Dschihadisten rekrutierte und ins Ausland schickte.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft stehen die Festnahmen nicht in Zusammenhang mit den Attentaten von Paris unter anderem auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ im Januar, bei denen 17 Unschuldige starben. Es gebe auch keine Verbindung zu dem Antiterroreinsatz Mitte Januar im belgischen Verviers. Bei den Hausdurchsuchungen seien keine Waffen oder Sprengstoff gefunden worden. Die Fahnder waren unter anderem in Antwerpen und Genk im Einsatz.

Bei dem Einsatz Mitte Januar in Verviers hatten belgische Sicherheitsbehörden zwei mutmaßliche Gotteskrieger getötet. 13 Personen wurden in Belgien festgenommen, zwei weitere in Frankreich. Griechenland hatte zudem einen verdächtigen jungen Mann an Belgien ausgeliefert. Der 1982 geborene Algerier Omar D. sei am Mittwoch überstellt worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft am Donnerstag in Brüssel mit. „Er ist am Morgen von einem Untersuchungsrichter der Teilnahme an Aktivitäten einer terroristischen Vereinigung beschuldigt worden“, erklärte sie.

Bulgarien lieferte Islamisten aus

Am 15. Januar hatte die Polizei bei einem Großeinsatz im ostbelgischen Verviers und in Brüssel eine mutmaßlichen Terrorzelle ausgehoben. Nach Behördenangaben plante die Zelle Anschläge auf die Polizei. Sechs Verdächtige wurden seither vom Untersuchungsrichter des Terrorismus beschuldigt, Omar D. ist der siebte Beschuldigte. Omar D. wird verschiedenen Medienberichten zufolge verdächtigt, der Kontaktmann zwischen den Verdächtigen in Belgien und deren mutmaßlichem geistigen Führer, dem Dschihadisten Abdelhamid Abaaoud, gewesen zu sein. Dieser wurde in der Vergangenheit ebenfalls in Griechenland vermutet, sein Aufenthaltsort ist unbekannt. Nach Angaben aus Justizkreisen in Athen hatte Omar D. seiner Auslieferung nach Belgien zugestimmt, um „seine Unschuld zu beweisen“. Bulgarien lieferte zudem einen seit Anfang Januar wegen Terrorverdachts festgehaltenen Franzosen aus. Das meldete das bulgarische Radio in Sofia. Dem aus Haiti stammenden Fritz-Joly Joachin wird in Frankreich die Beteiligung an einer Terrorgruppe vorgeworfen. Der 29-Jährige war nach eigenen Worten mit dem „Charlie-Hebdo“-Attentäter Chérif Kouachi seit seiner Kindheit befreundet.