Stellungnahme

Fidel Castro begrüßt Annäherung an die USA

In seiner ersten öffentlichen Stellungnahme zur diplomatischen Versöhnung zwischen seinem Land und den USA hat Kubas Revolutionsführer Fidel Castro den Prozess der Annäherung begrüßt.

Zugleich bekräftigte er sein Misstrauen gegenüber dem alten ideologischen Feind. „Ich traue der Politik der USA nicht und habe mit ihnen kein Wort gewechselt“, schrieb der 88-Jährige in einem Brief, der am Montagabend im staatlichen Fernsehen verlesen wurde.

„Dies bedeutet aber auf keinen Fall eine Ablehnung einer friedlichen Lösung der Konflikte oder Kriegsgefahren“, ergänzte der langjährige kubanische Machthaber. Dies sollte ohne Gewalt und ohne Androhung von Gewalt nach internationalen Grundsätzen geschehen. „Die Verteidigung des Friedens ist eine Pflicht von uns allen“, betonte Castro. Sein Bruder Raúl habe als Staatschef im Sinne der ihm vom Parlament und der Kommunistischen Partei übertragenen Verantwortung gehandelt.

Der von einem Studenten vorgelesene Brief war Castros erste öffentliche Stellungnahme, seitdem der sozialistische Karibikstaat und die USA Mitte Dezember die Normalisierung ihrer Beziehungen nach mehr als 50 Jahren diplomatischer Eiszeit angekündigt hatten. Die Verhandlungen dazu wurden in der vergangenen Woche in Havanna aufgenommen. Sie sollen bald in Washington fortgesetzt werden.

2006 hatte Fidel Castro die Regierungsgeschäfte wegen einer Darmoperation abgegeben. Dass dazu bislang kein Wort von Fidel Castro gefallen war, hatte erneut Gerüchte über seinen Tod aufkommen lassen. Zuletzt ist er im Januar 2014 in der Öffentlichkeit gesehen worden. Anlass des Briefes ist der 70. Jahrestag seiner Einschreibung an der Universität von Havanna.