Konflikt

Putin beschimpft ukrainische Armee als „Fremdenlegion“

Nach dem Raketenangriff auf die Hafenstadt Mariupol am Schwarzen Meer hat sich der Ton im Ukraine-Konflikt erneut verschärft.

Russlands Staatschef Wladimir Putin bezeichnete das ukrainische Militär am Montag als „Fremdenlegion der Nato“, diese setzte ein außerordentliches Treffen ihrer Ukraine-Kommission an. Die EU kündigte Hilfsflüge für die notleidende Bevölkerung in der Ostukraine an.

Das ukrainische Militär sei „keine Armee, sondern eine Fremdenlegion, in diesem Fall die Fremdenlegion der Nato“, sagte Putin in St. Petersburg. Die Streitkräfte dienten „natürlich nicht den nationalen Interessen der Ukraine“. Ziel der Nato sei es, „Russland in Schach zu halten“. Dies wiederum diene „nicht den nationalen Interessen des ukrainischen Volkes“. Außenminister Sergej Lawrow sagte, die russische Regierung wolle sich für neue Gespräche zwischen Vertretern der Ukraine und der Separatisten bis zum Ende der Woche einsetzen.

Nach dem Tod von mehr als 30 Zivilisten in Mariupol droht Deutschland den Russen mit neuen Sanktionen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) warnte die prorussischen Separatisten am Montag vor weiteren Angriffen auf Mariupol oder darüber hinaus. „Das wäre eine qualitative Veränderung der Situation, die uns reagieren lassen muss.“ Zugleich forderte er Moskau abermals auf, seinen Einfluss auf die Separatisten geltend zu machen. „Wir gehen davon aus, dass es intern klare Ansagen von Russland in Richtung der Separatisten gibt.“ Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Norbert Röttgen (CDU) sagte „Zeit Online“, wenn sich herausstelle, dass die Separatisten in Mariupol von Russland unterstützt worden seien, werde dies „zwingend“ weitere Sanktionen nach sich ziehen.