Konflikt

Ägypten: Viele Tote zum Jahrestag der Revolution

Blutige Gewalt zum vierten Jahrestag der Revolution in Ägypten.

Insgesamt 23 Menschen sind während der Auflösung oppositioneller Proteste in den vergangenen Tagen ums Leben gekommen, wie das Gesundheitsministerium am Montag bekannt gab. Weitere 97 seien verletzt worden. Bei den meisten Opfern handelt es sich um Demonstranten.

„Vier Jahre seit der Revolution – und immer noch ermordet die Polizei routinemäßig Demonstranten“, bilanzierte Sarah Leah Whitson von der Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch (HRW). HRW verlangte eine von der ägyptischen Justiz unabhängige Aufklärung der Todesfälle. Bislang würden Vergehen der Polizei nicht ausreichend verfolgt. Seit 2011 seien nur drei Polizisten für die Tötung von Demonstranten bei der Revolution inhaftiert worden. Auf einer Pressekonferenz verteidigte Innenminister Mohammed Ibrahim das harte Vorgehen der Sicherheitskräfte.

Am 25. Januar 2011 hatte in Ägypten der Aufstand gegen den Langzeitherrscher Husni Mubarak begonnen. Das Datum fällt auf den landesweit gefeierten „Tag der Polizei“ und gilt daher als Feiertag. Versammlungen zum Gedenken an die 2011 getöteten Demonstranten wurden am Sonntag jedoch aus Sicherheitsgründen verboten. Bei den Protesten gegen Mubarak starben im Januar und Februar 2011 mehr als 800 Menschen. Obwohl die Demonstrationen zum Sturz von Mubarak führten, fühlen sich viele Ägypter um ihre Revolution betrogen. Ein Gericht hatte zunächst im vergangenen November ein Verfahren gegen Ex-Diktator Mubarak über die Mitschuld an der Tötung von Demonstranten eingestellt. Vergangene Woche wurden jedoch langjährige Haftstrafen gegen Mubarak und seine Söhne aufgehoben. Die Söhne Alaa und Gamal sind bereits auf freiem Fuß.