Wahl in Griechenland

Was die neue linke Regierung erreichen will

Syriza-Chef Alexis Tsipras hat für den Fall eines Wahlsiegs Verhandlungen über einen weiteren Schuldenschnitt angekündigt.

Dabei wird einem Land ein Teil seiner Schulden erlassen. Die Geldgeber verzichten auf die Rückzahlung von Krediten und damit auf Forderungen. Im Falle Griechenlands haben bereits im Frühjahr 2012 Privatgläubiger – Banken, Versicherungen, Hedgefonds – freiwillig die Hälfte ihres Geldes abgeschrieben. Athen wurden gut 100 Milliarden Euro erlassen. Zwei Drittel der Rest-Schulden werden von öffentlichen Geldgebern gehalten. Die pochen jedoch auf die Einhaltung der Reformzusagen. Einen Schuldenschnitt zulasten der öffentlichen Geldgeber lehnt auch Berlin strikt ab: Deutschland würde ein solcher Verzicht Milliarden kosten.

Die Euro-Schuldenkrise hat noch einen weiteren neuen Begriff hervorgebracht: „Grexit“. Das Wort setzt sich aus „Greece“ und „exit“ zusammen und meint das Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone. Ein solches Szenario ist in den EU-Verträgen nicht vorgesehen. Juristisch unbestritten ist, dass die anderen Mitgliedsländer keinen Rauswurf Athens aus dem gemeinsamen Währungsraum beschließen könnten. Theoretisch könnte Griechenland allenfalls selbst einen Austritt erklären. Bei dem „Grexit“ oder einer Staatspleite Greichenlands würden den Gläubigerstaaten ebenfall hohe Verluste drohen.