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Polititk II

Frankreich: Zahl anti-islamischer Vorfälle steigt sprunghaft an ++ Belgien: Karikaturen-Schau aus Sicherheitsgründen abgesagt ++ Südafrika: Ausschreitungen gegen Ausländer in Soweto ++ Thailand: Ex-Regierungschefin ihres Amtes enthoben

Zahl anti-islamischer Vorfälle steigt sprunghaft an

Nach den Terroranschlägen in Paris ist die Zahl anti-islamischer Vorfälle in Frankreich sprunghaft angestiegen. In den zwei Wochen nach der islamistischen Anschlagsserie von Paris wurden fast so viele islamfeindliche Akte gemeldet wie im gesamten Vorjahr, teilte die islamische Dachorganisation Frankreichs am Freitag in Paris mit. Es seien 33 Aktionen gegen Moscheen und islamische Einrichtungen gewesen sowie 95 weitere Drohungen, die seit dem Attentat auf „Charlie Hebdo“ etwa in Briefen formuliert wurden.

Karikaturen-Schau aus Sicherheitsgründen abgesagt

In Belgien ist eine den ermordeten Journalisten der französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ gewidmete Karikaturen-Ausstellung aus Sicherheitsgründen abgesagt worden. „Die Polizei hat uns auf die Natur der potenziellen Risiken aufmerksam gemacht“, begründete der Chef des Hergé-Museums in Louvain-la-Neuve, Nick Rodwell, den Schritt am Donnerstag. Die Ausstellung in der Stadt unweit Brüssel sollte eigentlich am selben Tag eröffnet werden.

Ausschreitungen gegen Ausländer in Soweto

Der Tod eines Teenagers hat im südafrikanischen Soweto eine Welle der Gewalt gegen Ausländer ausgelöst. Mehrere Geschäfte wurden in Brand gesteckt, und ein weiterer Jugendlicher starb, wie Medien am Freitag berichteten. Die Polizei nahm mehr als 120 Menschen fest, setzte Gummigeschosse gegen Randalierer ein und brachte Ausländer in Sicherheit. Am Montag hatte ein ausländischer Ladeninhaber Presseberichten zufolge einen 14-Jährigen erschossen, den er offenbar beim Stehlen erwischt hatte.

Ex-Regierungschefin ihres Amtes enthoben

Die frühere thailändische Regierungschefin Yingluck Shinawatra ist am Freitag vom Parlament ihres Amtes enthoben worden. Die nicht vom Volk gewählten, sondern vom Militär eingesetzten Abgeordneten befanden sie für schuldig, bei der Überwachung eines Reisankaufprogramms ihre Pflichten verletzt zu haben. Als Konsequenz darf Yingluck in den kommenden fünf Jahren kein politisches Amt bekleiden. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, die 47-Jährige wegen Korruption anzuklagen.