Kriegsopfer

USA: Rund 6000 IS-Kämpfer im Irak und Syrien getötet

Besonders hohe Verluste in der Führungsriege der Islamisten

Im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) haben die USA nach eigenen Angaben bereits etwa 6000 Kämpfer der Dschihadistenorganisation getötet. Diese Schätzung nannte der US-Botschafter im Irak, Stuart Jones, in einem Interview mit dem Fernsehsender al-Arabia. Vertreter des US-Verteidigungsministeriums bestätigten die Angaben. Damit wurden erstmals offiziell Zahlen zu den Verlusten des IS genannt. Bisher hatten sich die US-Militärs darauf beschränkt, die Zahl der Luftangriffe der westlichen Anti-IS-Koalition bekanntzugeben. Sollte die Schätzung von 6000 getöteten Kämpfern zutreffen, wären dies bis zu 30 Prozent aller IS-Milizionäre. US-Geheimdienstinformationen zufolge verfügt der IS aktuell über 9000 bis 18.000 Kämpfer.

Wie es weiter hieß, hätten die Luftschläge besonders unter der Führungsriege der Islamisten hohe Verluste angerichtet. Demnach sei die Hälfte der Führungskader getötet worden. Verteidigungsminister Chuck Hagel sagte bei einer Pressekonferenz zwar, er könne die Zahl nicht bestätigen. Er sprach aber zugleich von „tausenden“ getöteten IS-Kämpfern, darunter „einigen“ Anführern. Hagel warnte davor, anhand solcher „body counts“ – der Zählung von Todesopfern – den Fortschritt des Kampfs gegen den IS zu beurteilen. „Ich war in einem Krieg, in dem es jeden Tag viele body counts gab. Und wir haben diesen Krieg verloren“, sagte er mit Blick auf den Vietnam-Krieg.

Laut Hagel gibt es aber andere Hinweise darauf, dass der IS unter Druck sei. So hätten die Dschihadisten Schwierigkeiten bei der Rekrutierung neuer Kämpfer, beim Erhalt von Nachschubrouten und der Kommunikation auf dem Schlachtfeld. Die USA hatten im Irak am 8. August und in Syrien am 23. September vergangenen Jahres mit Luftangriffen gegen IS-Kämpfer begonnen. An der „Operation Inherent Resolve“ getauften Mission beteiligen sich mehrere arabische und europäische Verbündete.

IS-Nachschubroute unterbrochen

Besonders rund um die zweitgrößte irakische Stadt Mossul waren die Luftschläge zuletzt intensiviert worden, um die kurdischen Peshmerga-Kämpfer zu unterstützen. Eine zentrale Nachschubroute des IS sei bereits unterbrochen, hieß es. Die USA und der Irak bereiten einem weiteren Bericht zufolge derzeit die Rückeroberung Mossuls vom IS vor. Kurdische Kämpfer sowie weitere vom Westen ausgebildete Kräfte sollten bis zum Frühling oder Sommer bereit sein, die Offensive zu starten, zitierte das „Wall Street Journal“ am Donnerstag den Chef des US-Militärkommandos Centcom, General Lloyd Austin.

Auch in der syrisch-türkischen Grenzstadt Kobane ist die Terrormiliz unter Druck. Vor vier Monaten hatte der IS seinen Angriff auf Kobane begonnen. Nur mit der Luftunterstützung der internationalen Koalition konnten kurdische Truppen die Extremisten abwehren. Heute ist nahezu der gesamte Ort wieder unter kurdischer Kontrolle.