Kompromiss

Streit beigelegt: AfD wählt nur noch einen Vorsitzenden

Nach monatelangem Streit hat die eurokritische Alternative für Deutschland (AfD) einen Kompromiss über ihre Führungsstruktur erzielt.

Die AfD-Spitze einigte sich am Freitag darauf, dass die Partei ab Dezember nur noch von einem Vorsitzenden geführt wird. Die prominenteste Figur der derzeitigen Dreierspitze, Bernd Lucke, hatte sich in dem wochenlangen Machtkampf für nur einen Parteichef eingesetzt. Die neue Struktur soll Ende Januar beschlossen werden.

Derzeit steht Lucke gemeinsam mit Frauke Petry und Konrad Adam an der Spitze der AfD. Nach dem Vorschlag der Parteispitze für den Bremer Parteitag am 31. Januar und 1. Februar soll es ab Dezember einen Vorsitzenden und vier Stellvertreter geben. Der alleinige AfD-Chef soll von einem Generalsekretär unterstützt werden. In der Übergangsphase von Februar bis zum 1. Dezember soll die Parteispitze aus zwei Vorsitzenden und drei Stellvertretern bestehen. Der Vorschlag sei von Lucke, Petry und Adam sowie den Stellvertretern Hans-Olaf Henkel und Alexander Gauland erarbeitet worden, teilte ein Parteisprecher mit.

In einem erbittert geführten Machtkampf hatte sich Lucke vehement für das Ende der Dreierspitze und einen alleinigen Vorsitzenden ausgesprochen. Mehrere Parteifunktionäre hatten ihn scharf angegriffen und ihm „Führung nach Gutsherrenart“ vorgeworfen. Sein schärfster Widersacher war Ko-Vorsitzender Adam. Der frühere Industriepräsident Henkel stärkte Lucke den Rücken.