Terror

Islamist in Bulgarien verhaftet

Der 29-Jährige stand offenbar mit einem der Pariser Attentäter in Verbindung

In Bulgarien ist Anfang Januar ein mutmaßlicher Islamist auf dem Weg nach Syrien festgenommen worden, der Verbindungen zu einem der „Charlie Hebdo“-Attentäter hatte. Der 29-Jährige habe mehrfach Kontakt mit Chérif Kouachi gehabt, sagte Staatsanwältin Darina Slawowa aus der südlichen Stadt Chaskowo am Dienstag. Er sei auf Grundlage eines von Frankreich ausgestellten europäischen Haftbefehls an der Grenze zur Türkei festgenommen worden.

Fritz-Joly Joachin wird der „Mitgliedschaft in einer bewaffneten kriminellen Organisation zur Vorbereitung von Terrorakten“ verdächtigt, wie es in einem am Montag aktualisierten Haftbefehl steht. Er verließ Frankreich am 30. Dezember, am 1. Januar wurde er festgenommen. Zuvor stand er demnach im Kontakt mit Chérif Kouachi, der mit seinem Bruder Said das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ angegriffen und zwölf Menschen erschossen hatte. Joachins Festnahme an der Grenze zur Türkei erfolgte auf Grundlage eines ersten Haftbefehls. Seine Frau hatte ihm vorgeworfen, den gemeinsamen dreijährigen Sohn entführt zu haben und sich in Syrien den Dschihadisten anschließen zu wollen. Das Kind ist inzwischen zurück bei der Mutter. Als sich herausstellte, dass Joachin Kontakt zu Kouachi hatte, aktualisierte Frankreich den Haftbefehl. Die bulgarischen Behörden wollen bis Freitag über eine Auslieferung an Frankreich entscheiden.

Nach Angaben der türkischen Regierung war die Partnerin des dritten Attentäters Amédy Coulibaly, Hayat Boumeddiene, Anfang des Monats über die Türkei nach Syrien gelangt. Sie soll am 2. Januar in die Türkei eingereist sein. Bulgariens Innenminister Weselin Wutschkow schloss einen Zusammenhang am Dienstag nicht aus. „Ich hoffe, dass das gesamte Netzwerk aufgedeckt wird, wenn es eines gibt“, sagte er dem Radiosender BNR.

Derweil haben mutmaßliche Dschihadisten vorübergehend die Konten des US-Militärkommandos Centcom bei den Internetdiensten Twitter und YouTube gekapert und interne Dokumente veröffentlicht. Statt des Centcom-Logos war am Montag ein schwarz-weißes Banner mit dem Slogan „CyberCaliphate“ sowie in Anspielung auf die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) der Schriftzug „I love you Isis“ zu sehen. Das Pentagon bestätigte den Angriff. Laut Centcom wurden aber keine Geheimdokumente ins Netz gestellt.

Das Militärkommando steuert den Einsatz gegen den IS im Irak und in Syrien. „Der IS ist schon hier, wir sind in euren Computern, in jedem Militärstützpunkt“, schrieben die Hacker auf dem Twitter-Konto, bevor es gesperrt wurde. „Amerikanische Soldaten, wir kommen, passt auf.“ Die Angreifer stellten auch interne Armeedokumente online, darunter eine offenbar veraltete Liste mit den privaten Telefonnummern von Offizieren sowie Folien der Präsentationssoftware Powerpoint mit Bezug auf Nordkorea und China. Bei YouTube luden die Hacker zwei Propagandavideos des IS hoch. Auch dieses Konto wurde nach dem Angriff gesperrt. Ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums bestätigte, dass die Auftritte gehackt wurden. „Wir haben angemessene Maßnahmen eingeleitet, um mit der Angelegenheit umzugehen“, hieß es. Später erklärte Centcom, nach ersten Erkenntnissen seien „keine als geheim eingestuften Dokumente veröffentlicht“ worden.