Umfrage

Israelis und Palästinenser mögen die Deutschen

Wenn Israelis an Deutschland denken, fällt ihnen an erster Stelle immer noch der millionenfache Judenmord in der NS-Zeit ein.

Dann folgen die deutsche Wirtschaft und „Made in Germany“, wie eine neue Umfrage der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) zeigt, die am Montag zum 50-jährigen Bestehen der diplomatischen Beziehungen veröffentlicht wurde.

Auch wenn die Erinnerung an den Holocaust wach ist, haben gut zwei Drittel der Israelis eine gute oder sehr gute Meinung von den Deutschen. Unter den europäischen Nationen stehen sie an der Spitze der Beliebtheit. Ein negatives Bild haben nur noch 23 Prozent, es sind vor allem die ultraorthodoxen Juden. Besonders gut finden die Israelis die Kanzlerin: 70 Prozent haben von Angela Merkel einen positiven Eindruck, viel mehr als früher. Wenn es ans Persönliche geht, bestehen die klassischen Stereotypen fort. Mehr als die Hälfte der Juden in Israel empfinden die Deutschen als kalt und zurückhaltend, nur ein Viertel als offen, warmherzig und lebensfroh.

Was die Bemühungen um ein Ende des Nahost-Konflikts angeht, wünschen viele Israelis, dass sich die Deutschen stärker einmischen. Gut die Hälfte meint, dass Deutschland zwischen Israel und den Palästinensern als „ehrlicher Makler“ vermitteln soll. Dazu passt eine Umfrage, die die KAS parallel dazu in den Palästinensergebieten machen ließ. Dort sieht jeder Zweite Deutschland positiv. Ebenso viele wünschen sich, dass Berlin international eine wichtigere Rolle spielt, insbesondere im Nahost-Konflikt. Einig sind sich Israelis und Palästinenser (78 bzw. 76 Prozent) in der Einschätzung, dass Deutschland weltweit zu den Ländern mit der höchsten Lebensqualität gehört. Allerdings wäre von den Israelis nur jeder Dritte bereit, des Berufs wegen tatsächlich auch in Deutschland zu leben.