Wahlen

Herausforderer siegt bei Präsidentenwahl in Sri Lanka

Nach einem Jahrzehnt an der Macht ist der sri-lankische Präsident Mahinda Rajapaksa abgewählt worden.

Sein früherer Verbündeter Maithripala Sirisena kam auf 51,3 Prozent der Stimmen, wie die Wahlbehörde des Inselstaates am Freitag unter Berufung auf Teilergebnisse mitteilte. Für den bisherigen Staatschef stimmten demnach 47,6 Prozent. Rajapaksa erkannte den Sieg seines Rivalen umgehend an. Die Opposition wirft Rajapaksa Vetternwirtschaft und Korruption vor. Außerdem steht er in der Kritik, weil er in seinen beiden Amtszeiten zu viel Macht an sich gezogen haben soll. Sirisena will nach eigenem Bekunden die Verfassung ändern, um die Macht des Staatsoberhauptes zu begrenzen. Außerdem wirbt der 63-Jährige mit einem stärkeren Kampf gegen die Korruption.

Unter Rajapaksa wandte sich Sri Lanka mehr China zu, während das Verhältnis zu Indien abkühlte. In einem Interview sagte Sirisena kürzlich, er sei an guten Beziehungen mit der Volksrepublik interessiert und auch nicht gegen chinesische Investitionen. Sein Hauptinteresse liege aber bei Indien. Rajapaksa verfügt trotz der Niederlage weiter über Rückhalt bei den buddhistischen Singhalesen. Die Bevölkerungsgruppe stellt die Mehrheit in dem Land. Sirisena dagegen verdankt seinen Sieg dem Norden, wo vor allem Tamilen leben, sowie Gebieten mit einer muslimischen Mehrheit.

( rtr )