Terror

Großer Angriff von Boko Haram im Norden Nigerias

Die islamistische Terrororganisation Boko Haram hat im Norden Nigerias nach Angaben eines örtlichen Regierungsvertreters einen große Offensive durchgeführt.

Dabei seien in dem westafrikanischen Land mindestens elf Ortschaften angegriffen worden, sagte der Sicherheitsbeamte des Bundesstaates Borno am Donnerstag. „Viele Menschen in den Dörfern fliehen jetzt in den Busch“, fügte er hinzu.

Einen Bericht des britischen Senders BBC, wonach es womöglich bis zu 2000 Todesopfer geben solle, wies er entschieden zurück. Der Beamte, der wegen der kritischen Lage nicht namentlich genannt werden wollte, machte jedoch keine Angaben, wie viele Opfer befürchtet würden. Lokale Medien berichteten zeitweise von 100 Menschen, die bei den Angriffen getötet worden sein sollen. Die Katastrophenschutzbehörde bereitete einen Hilfseinsatz vor.

Die Angriffe fanden offenbar bereits am Mittwoch in der Nähe der Stadt Baga statt. Da in der abgelegenen Region Telefone nur noch eingeschränkt funktionieren, dauert es häufig länger, bis es belastbare Nachrichten von dort gibt.

Boko Haram hatte Baga schon vor wenigen Tagen angegriffen, eine Militärbasis übernommen und Teile der Stadt niedergebrannt. Die Anwohner seien ins Nachbarland Tschad geflohen, berichteten örtliche Medien.

Boko Haram versteht sich als Teil des Terrornetzwerks Al-Qaida und will im Norden Nigerias, in den angrenzen Gebieten Kameruns und des Tschad einen Gottesstaat errichten – dafür kämpft die Gruppe seit 2009. Tausende Menschen wurden seither getötet. Boko Haram, was so viel heißt wie „westliche Bildung ist Sünde“, kontrolliert weite Landesteile im Nordosten Nigerias. Das Land ist Afrikas größter Erdölproduzent.