Kriminalität

Nordkorea soll eine 6000 Mann starke Hackerarmee besitzen

Nordkorea hat nach Angaben des südkoreanischen Militärgeheimdienstes seine Spezialtruppen für Angriffe über das Internet binnen Jahresfrist auf 6000 Soldaten verdoppelt.

Aufgabe der „Büro 121“ genannten Einheit seien Attacken, die in Südkorea zum Stillstand von Maschinen und zu „psychologischen Schocks“ führen sollen, teilte das südkoreanische Verteidigungsministerium am Dienstag mit. Die USA werfen Nordkorea einen Hacker-Angriff auf das Film-Studio Sony Pictures vor, das die Satire „The Interview“ über den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un veröffentlichen wollte. Nordkorea hat erklärt, nichts mit dem Fall zu tun zu haben.

Das „Büro 121“ wird nach südkoreanischen Angaben seit Jahren vom nordkoreanischen Militärgeheimnis aufgebaut. Dort sollen demnach einige der talentiertesten Computerexperten des Landes arbeiten. Überläufer aus Nordkorea sollen erklärt haben, Angriffziele der Programmierer könnten Telekommunikationseinrichtungen und das Stromnetz in Südkorea sein. 2013 warf Südkorea Nordkorea vor, hinter Hacker-Angriffen auf Banken und Rundfunksender zu stecken. Zwischen beiden Staaten auf der koreanischen Halbinsel herrscht seit sechs Jahrzehnten ein Waffenstillstand, offiziell befinden sie sich noch im Kriegszustand.

Zudem hat Nordkorea nach Ansicht der südkoreanischen Regierung inzwischen die „maßgebliche“ Technologie, um einen kleinen Atomsprengkopf zur Bestückung einer Rakete zu bauen. Die Fähigkeiten des Landes zur Herstellung einer derartigen Waffe hätten ein „bedeutsames Maß“ erreicht, hieß es aus Seoul. Pjöngjang verfüge zudem vermutlich über 40 Kilogramm waffentauglichen Urans aus der Wiederaufbereitung von Brennstäben und arbeite an Anreicherungstechniken.